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Yucca – Make Up

Yucca – Make Up

7.0

Genre: ,
Label: FDI/Soulfood

Erstellt am: 05.04.2011
Autor:
Erstellt am: 05.04.2011   Autor:

Neuerscheinungen

Gloomy Party

Yucca spendiert mit „Make Up“ einen Soundtrack zum Ausbrechen, zum Davonlaufen. Schnell und elektrisch, eher dunkel, aber mit aufblitzenden Synthiefunken, Neonlichter in einem abgedunkelten Club.

Es beginnt mit einem Sirenenheulen. Popalarm, der von Anfang an den Tarif durchgibt: Es wird laut und aufgeladen. Dabei klangen die Songtitel so unschuldig und sanft: „Young Birds“ und „Ocean“ versprachen ruhige Momente. Und dann kommt alles anders.

Zu Yucca kann man: Mit geschlossenen Augen abtanzen. Zu Yucca kann man nicht: Eierkuchen essend in der Sonne chillen. Man kann schon, aber es gäbe geeignetere Musik dafür. Yucca sind fünf Herren aus Nürnberg, die mal Post-Punk mit Electroeinfluss machten und nun gänzlich zum Electro-Pop rübergewechselt sind. Ziemlicher Stilbruch, aber das Intensive, Explosive des Punks haben sie nicht verloren. „Make Up“ ist ihre dritte Platte seit ihrer Gründung im Jahr 2001. Ihr erstes Album „Quick Let’s Beat It“ nehmen sie 2006 selbstständig auf, zwei Jahre später treffen sie Oliver Zülch, Produzent von The Notwist, Die Ärzte und vielen weiteren Bands, der sie von da an begleitet.

Die Songs auf „Make Up“ sind nervös, poppig und sprühen Funken. Das zweite Lied, „Young Birds“ lässt einen kurz Luft holen während man im Nebel tappt. Immer wieder werden die zwei kurzen Phrasen „Living Fast / Loving You all“ wiederholt, zu einer Musik, die weniger die Liebe zwischen allen zu verkünden scheint, als den dramatischen Absturz ins Ungewisse. Yucca mögen es, kurze Sätze zu repetieren: „Pushing the Demons“ rufen die Sänger Christian Mertel und Matthias Scharrer auf „Gloomy Alleyway“, „La-la-la-Love“ auf „Make Up“. „Ordinary Road“ kommt schon konventioneller daher. Zwar immer noch mit einem nervösen Beat im Hintergrund und schrillen Klängen dazwischen, dafür aber mit Gitarre und Bass. „Ray of Color“ zeigt sich wie ein Dance-Verschnitt eines Achzigerjahre-Hits mit etwas mehr Blingbling-Gebiepe, auf die Dauer nervenauftreibend, wie auch viele weitere Songs der Platte. „Make Up“ ist keineswegs ein langweiliges Album, auch kein schlechtes. Nur raubt es einem den Atem, lässt den Hörer nach Luft ringen und lässt einen erschöpft zurück, wie nach einer durchgemachten Nacht.

Seit  11. März 2011 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > Vertrieb

Anspieltipps:
> Young Birds
> Make Up

Diskographie:
> Quick Let’s Beat It (2006)
> A Different Time in a Different Place (2009)
> Make Up (2011)

Ähnliche Künstler:
> Dúné
> The Notwist

> Delphic