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Yeah Yeah Yeahs – Show Your Bones
Yeah Yeah Yeahs – Show Your Bones

Yeah Yeah Yeahs – Show Your Bones

8.5

Genre: ,
Label: Polydor

Erstellt am: 08.05.2006
Autor:
Erstellt am: 08.05.2006   Autor:

Neuerscheinungen

Soundtrack zum Autofahren

Irgendwo hab’ ich gelesen, wie Karen O, die Sängerin der Yeah Yeah Yeahs, ihr neues Album als perfekte Musik für nächtliche Autofahrten beschrieben hat. Und – es stimmt: „Show Your Bones“ hat den Selbsttest während einer Fahrt auf verregneten Luzerner Strassen bestanden, der Kandidat kriegt fast 100 Punkte.

Die Yeah Yeah Yeahs haben auf „Show Your Bones“ ihren Mix aus Schrammel-Rock, schrägen Melodien und vertrackten Songkonstrukten perfektioniert und bieten 40 Minuten intelligenten, unterhaltsamen und, das ist doch eher neu, auch durchaus tanzbaren Indie-Rock.
Das Erlebnis beginnt mit „Gold Lion“, der ersten Singleauskopplung: die Beats stampfen, die Gitarren rocken und Karen Os Rockgören-Stimme krallt sich in den Gehörgängen der Zuhörer fest, der Kopf nickt leicht zum Takt und auch die Scheibenwischer scheinen sich dem Rhythmus angepasst hin und her zu bewegen. Obwohl die Songs gegenüber dem Erstling „Fever To Tell“ deutlich eingängiger geworden sind, haben die YYYs ihren Hang zu abwechslungsreichen und manchmal komplizierten Songkonstruktionen beibehalten. Was bei „Mysteries“ als einigermassen harmloser up-tempo Country-Rocksong beginnt, endet in Monstergeschrei und kreischenden E-Gitarren, „Dudley“ bewegt sich in einer undefinierbaren Grauzone zwischen Kinderlied und melancholisch-hypnotischer Rockballade. Weg ist jedoch dieser allzu artsy Touch des Debütalbums, den weniger Begeisterte wohl eher als unverständlich anstatt unkonventionell bezeichnen würden. Die YYYs in abgespeckter und etwas gemässigter Form also. Wobei gemässigt in keinem Fall gleich langweilig ist. Überraschende Tempiwechsel, plötzliche Gitarrenausbrüche und nicht zuletzt das hypnotische Spiel des überragenden Drummers Brian Chase halten den Zuhörer wach und bei der Sache.
Die Gegensätze sind näher zusammengerückt bei der Band aus New York mit dem supercoolen Namen (wie viele britische Hypes sich wohl schon an den Kopf gefasst und gedacht haben: wieso sind wir da nicht drauf gekommen?). Auch denjenigen, die vom Erstling nicht überzeugt waren, ist eine Hörprobe von „Show Your Bones“ herzlichst zu empfehlen. Am besten ganz laut beim Autofahren. Auf eigene Gefahr.
Seit 24. März 2006 im Handel.

Anspieltipps: Gold Lion, Phenomena, Cheated Hearts
Trackliste: 1) Gold Lion; 2) Way Out; 3) Fancy; 4) Phenomena; 5) Honeybear; 6) Cheated Hearts; 7) Dudley; 8) Mysteries; 9) The Sweets; 10) Warrior; 11) Turn Into
similar artists: The Heartless Bastards, Sonic Youth

Bio:
Die Yeah Yeah Yeahs sind Sängerin Karen O, Gitarrist Nicolas Zinner und Drummer Brian Chase. Karen O lernte Nicolas Zinner an der Uni in New York kennen und die beiden gründeten im Jahr 2000 die Band Yeah Yeah Yeahs. Als ihr ursprünglicher Drummer die Band verliess, holten sie Brian Chase dazu. Schon bald spielten sie als Support für The Strokes und The White Stripes. 2001 veröffentlichten sie ihre selbstbetitelte Debüt-EP, es folgte eine Tour durch die USA und Europa. Ihre erste LP „Fever To Tell“ (2003) war ein grosser Erfolg sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum, die Single „Maps“ wurde ein Hit. Nach einer weiteren Tour wurde das Jahr 2005 für individuelle Projekte der Bandmitglieder genutzt, Karen O zog um nach Los Angeles und lieh ihre Stimme dem Song „Hello Tomorrow“, der für eine Nike-Schuhreklame produziert wurde, währen Zinner mit seinem Nebenprojekt „Head Wound City“ im Studio war und seinen ersten Photoband „I Hope You Are All Happy Now“ veröffentlichte. 2006 erscheint die zweite LP der Yeah Yeah Yeahs: „Show Your Bones“.

 

Diskographie:
> Yeah Yeah Yeahs EP (2001)
> Fever To Tell (2003)
> Show Your Bones (2006)