Exit Music
Wintersleep – Welcome to the Night Sky
Wintersleep – Welcome to the Night Sky

Wintersleep – Welcome to the Night Sky

8.0

Genre: ,
Label: Labwork

Erstellt am: 09.03.2009
Autor:
Erstellt am: 09.03.2009   Autor:

Neuerscheinungen

Fragen stellen

Und wieder ging es etwas länger, bis eine kanadische Perle den Weg über den grossen Teich gefunden hat. Das Warten soll nicht umsonst gewesen sein, denn das einzig Banale an Wintersleep ist der Bandname.

Wintersleep aus Halifax. Das klingt wie im Märchen. Und irgendwie muss es ja nicht immer die Coolness im Namen und New York als Herkunft sein. Die Stimme von Paul Murphy erinnert gerne an Paul Banks in den einen und an Eddie Vedder in den anderen Momenten. Das geht auf, weil es einfach so ist. Unerzwungen und wohl mehr oder weniger zufällig. Obwohl die Kanadier sonst eigentlich nichts dem Zufall überlassen. „Drunk On Aluminium“ beginnt, was einen für die nächsten 41 Minuten nicht mehr loslassen wird: „Oh my, are you the beast again?/ Is it the violence you like?”. Einsamkeit und das Hadern mit der Welt. Der Wunsch nach Ferien von all den Nebenwirkungen des Lebens. Wem das Lachen auch an dunklen, kalten Wintertagen nicht vergeht, der will diese Schwermut vielleicht nicht um sich haben. Aber wer vor solchen Themen nicht wegrennt, findet in Paul Murphy einen Mann, der den richtigen Ton anschlägt: „You’re gonna want it all/ Are you a starving man?“. Die Anti-Rockstarhymne „Search Party“ bringt es auf den Punkt: “Do you really think that anybody will listen?/ Do you really think that anybody will notice?”. Eddie Vedder würde es wohl unterschreiben.

„Welcome to the Night Sky“ ist ein Platte voller offener und rhetorischer Fragen. Es ist nicht der Gesang, es sind die Texte, welche einem das Rückenmark quetschen. Für einen Moment gelähmt, ergibt man sich den inneren Dämonen, die scheinbar schon auf das Opfer warten. Wäre da nicht dieses immer wieder vorpreschende Gefühl, dass das hier gut tun könnte, dass einem die Melancholie von Wintersleep aus dem Gröbsten heraushilft. Und wenn das Album mit „Miasmal Smoke & the Yellow Bellied Freaks“ ausklingt, in einer Art und Weise, wie es Death Cab For Cutie nicht besser könnten, kommt keine Wehmut auf, sondern trotz allem Aufbruchstimmung. „One day laser beams will cure my sight/ Negative five, that’s pretty much blind/ I wanna see things you know”. Zeilen so vielsagend und schön wie das gesamte Album.

Seit 06. Februar 2009 im Handel.