Exit Music
Unknown Mortal Orchestra – Multi-Love
Unknown Mortal Orchestra – Multi-Love

Unknown Mortal Orchestra – Multi-Love

6.5

Genre: , , ,
Label: Jagjaguwar

Erstellt am: 21.05.2015
Autor:
Erstellt am: 21.05.2015   Autor:

Rezensionen

Doch doch

Ein so wunderbar vibrierender Funk-Track wie „Can’t keep checking my phone“ wirkt beim Unknown Mortal Orchestra ein wenig formelhaft. Wie „schon mal gehört“. Seit  fünf Jahren beeindruckt das Trio aus Portland und Neuseeland Publikum und Presse mit psychedelischem Funk, Soul und Rock und umwerfenden Liveshows. Das dritte Album „Multi-Love“ nun hält ein hohes Niveau, fügt dem Klangkosmos der Band aber wenig Neues hinzu. Gut, in Sachen Lebensfreude schlägt es seine zwei
grüblerischen Vorgänger – Stichworte Bigband-Instrumentierung, Gäste und Tanzbarkeit. Gitarrenvirtuose Ruban Nielson stürzt sich in selbstgebaute Synthesizer, und der verwaschene Sound orientiert sich mehr denn je am Funk der
70er, bleibt aber stets wiedererkennbar und originell.

„Extreme Wealth and Casual Cruelty“ baut mit Western-Gitarre, cheesy Synthies und Soulsaxofon eine ganz eigene, raffinierte Komfortzone. Selbst der Text ist verstörenderweise weniger verstörend als der Titel vermuten lässt. Es geht um die
Idee, in der Liebe wieder von vorn zu beginnen. Überhaupt die Texte: Genaues Hinhören lohnt sich für alle, die semi-lyrisch Verrätseltes („We eat crickets / In the future / Just tastes like ‚Far-from-home‘ / Drink Chicha / In the jungle /That sounds great“) oder semi-politisch Paranoides („Fearing new kinds of mind control and just blaming each other”) schätzen.
Doch doch, auch „Multi-Love“ spendiert einige Momente Glückseligkeit und Trost. Dazu ein Bonmot aus einem ganz anderen Kontext: „Trost und Trinken“, schreibt Frank Schulz, „fangen so ähnlich an – und hören so verschieden auf.“

Seit 22.5.2015 im Handel.