Exit Music
Ty – Closer
Ty – Closer

Ty – Closer

8.0

Genre:
Label: Big Dada / Ninja Tune

Erstellt am: 20.11.2006
Autor:
Erstellt am: 20.11.2006   Autor:

Neuerscheinungen

Funkmaschine

Ty, mit einer der besten englischen Rap-Künstler von heute, wird mit seinem gewitzten und souligen Hip Hop den hohen Erwartungen spielend gerecht.

Seit Ty’s zweitem und letztem Album “Upwards“ sind nun auch schon 3 Jahre vergangen und in der Zwischenzeit gelang es nicht gerade vielen britischen Rap-Acts, die auch wirklich hörenswert wären, hierzulande auf sich aufmerksam zu machen. Bei Ty sieht das etwas anders aus, aber mit zwei vorangegangen 1A-Alben im Gepäck sieht wohl sowieso alles etwas besser aus. Auf seinem dritten Werk “Come Closer“ gibt’s vor allem knappe Keyboard- und Bläser-Samples, lässig minimalistische Beats im Schleifgang und 2Step-Shuffles gleich dazu, deepe oder dick knarzende Bässe, soulige Backgroundstimmen, und daraus folgt hörbar: Funk hat hier alles, jeder Song ist davon durchtränkt. Was aber nicht heissen soll, dass auf “Come Closer“ alles ziemlich gleich klingt – im Gegenteil, das sonnige “This Here Music“ etwa, bei dem Ty von Speech von Arrested Development begleitet wird, ist eigentlich reiner Pop, und besonders hier wird deutlich, wie sehr Ty nun auch typisch amerikanische Hip Hop-Elemente in seinen Sound einfliessen liess. Auch für das Titelstück “Closer“ etwa könnte das Instrumental aus dem Phanyeland geliefert worden sein.

Etwas typischer für Ty geriet das grandiose “What You Want“. Vorgänger zu dieser äusserst gelungenen Melange aus Broken Beats, Lounge und Hip Hop gabs auf “Upwards“ des Öfteren zu hören … definitiv ein süchtig machendes Highlight und womöglich einer der besten HipHop-Tracks dieses Jahres. Die klar gesprochenen Lyrics sind, wie man sich’s von Ty nicht anders gewohnt ist, immer ehrlich, entspannt, gewitzt und originell. Absoluter Überflieger ist in dieser Hinsicht “Sweating For Your Salary“, die Afro-Funk- und Worldbeat-Elemente sind unwiderstehlich, auch wenn der Refrain relativ hohe Werte einfahren würde, ginge es darum, den Grad der Bescheuertheit zu messen. Eher schwach, weil irgendwie irritierend prollig, klingt aber eigentlich nur “Oh!“, auf dem die ziemlich eindringlichen Worte in einen schwachbrüstigen Elektro-Beat eingebettet wurden. So was vermag “Come Closer“ aber kein Stückchen zu schaden, denn Hochqualitatives überwiegt deutlich. Wer sich mit Britrap ernsthaft auseinandersetzen möchte, kommt an “Come Closer“ auf keinen Fall vorbei.

Seit 21. Oktober 2006 im Handel.

Anspieltipps: Don’t Watch That, What You Want, Sweating For Your Salary
Trackliste: 1) Don’t Watch That (Knickers, Y-Fronts and Jockstraps); 2) Everybody; 3) This Here Music (feat. Speech of Arrested Development); 4) The Idea (feat. De La Soul); 5) What You Want (Taylormade) (feat. Taylor McFerrin, Joy Jones and Jason Yarde); 6) Closer (feat. Maceo); 7) Oh! (feat. Bahamadia and Zion I); 8) Aim For Your Goals (feat. Eska); 9) Sweating For Your Salary (feat. Wumni and Dele Sosimi); 10) Sophisticated and Coarse (feat. Eska); 11) L.O.V.E. (No Matter What); 12) Hustle (That’s Why We) (feat. Rich Medina)
similar artists: Roots Manuva, Dizzee Rascal, New Flesh

 

Diskographie:

> Awkward (2001)
> Upwards (2003)
> Come Closer (2006)