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The Twilight Sad – Forget the Night Ahead
The Twilight Sad – Forget the Night Ahead

The Twilight Sad – Forget the Night Ahead

7.0

Genre: , ,
Label: Fat Cat

Erstellt am: 07.10.2009
Autor:
Erstellt am: 07.10.2009   Autor:

Neuerscheinungen

Very Scottish

The Twilight Sad aus der Nähe von Glasgow legen mit ihrem neuen Album „Forget the Night Ahead“ einen dichten Klangteppich aus. Es gibt viel Noise, dichte Gitarrenwände aber auch schöne, ruhigere Passagen und eine Stimme mit wunderbar schottischem Akzent.

Nach dem ersten Hördurchgang konnte ich mit dem Noise-lastigen Sound von The Twilight Sad noch nicht so viel anfangen. Irgendwie wirkte das Ganze etwas überladen und chaotisch. Doch schon beim zweiten Durchgang entwickelte sich „Forget the Night Ahead“ zu einem netten Album, bei dem es einfach ein bisschen Zeit braucht, um sich durch das dichte Gitarrengewitter zu kämpfen. Doch schliesslich verbreiten The Twilight Sad auch immer wieder ruhige Momente und sehr schöne hymnische Melodien. Vor allem aber überzeugt die bodenständige Stimme von Sänger James Graham, dessen extrem auffällig schottischer Akzent dem Album eine spezielle Note verleiht. Da bekommt man gleich Lust sich in ein schottisches Pub zu setzen und den Leuten zuzuhören wie sie sich gegenseitig kleine Geschichten erzählen. Wobei davon auszugehen ist, dass man selbst mit guten Englischkenntnissen die Hälfte nicht verstehen würde.

Wenn man sich den Gesang mal weg denkt, so könnte man The Twilight Sad sogar mit dessen Landsmannen von Mogwai vergleichen. Der Aufbau der Songs wirkt grösstenteils äusserst atmosphärisch und die Gitarren machen früher oder später richtig Krach. Der grosse Unterschied zu den meisten Post-Rock Bands ist, dass sich The Twilight Sad nicht ganz so viel Zeit lassen beim Aufbau dieses Kraches. Doch auch in ihren vierminütigen Songs schaffen sie es eine tolle Stimmung zu kreieren. Bestes Beispiel dafür ist der Opener „Reflection of the TV“. Bass und Schlagzeug treten langsam los und erinnern sehr an The Cure. Erst nach einer Weilte gesellen sich Gitarre und Gesang dazu. Der eigentlich eher ruhige Song wird dann erst in der letzten Minute durch ein erstes kleines Gitarrengewitter richtig laut.

Die ersten drei Songs des Albums gehören auch gleich zu den grössten Highlights, wie zum Beispiel die sehr eingängige erste Single „I Became a Prostitute“. Die zweite Hälfte von „Forget the Night Ahead“ ist zwar immer noch gut aber im Vergleich zum furiosen Start halt doch nicht mehr ganz so überzeugend. Der Piano-Einsatz bei Songs wie dem starken „The Room“ oder dem Schlusssong „At the Burnside“ ist ein weiterer Pluspunkt und unterstützt den typischen Stimmungsaufbau der Songs zusätzlich. Das ganze Album wirkt jedoch sehr einheitlich und es gibt keinen schlechten Song, höchstenfalls ein paar mittelmässige.

„Forget the Night Ahead“ ist ein gutes Album, aber auch nicht mehr. Hätte ich nicht so eine Schwäche für den schottischen Akzent, so würde die Punktezahl wohl noch etwas tiefer liegen.

Seit 5. Oktober 2009 im Handel.

Anspieltipps:
> Reflection of the TV
> I Became a Prostitute
> The Room

Diskographie:
> Fourteen Autumns & Fifteen Winters (2007)
> Killed My Parents and Hit the Road (2008)
> Forget the Night Ahead (2009)

Ähnliche Künstler:
> Frightened Rabbit
> My Latest Novel
> Mogwai
> Idlewild
> Arab Strap
> Nine Inch Nails
> Aereogramme
> We Are Promised Jetpacks