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The Strokes – Angles
The Strokes – Angles

The Strokes – Angles

8.0

Genre: ,
Label: Sony Music

Erstellt am: 25.03.2011
Autor:
Erstellt am: 25.03.2011   Autor:

Neuerscheinungen

Das zweite Comeback

Für Julian Casablancas lief es solo nicht so richtig, für die anderen Bandmitglieder in den letzten fünf Jahren noch eine Spur weniger. Also rauften sich die Strokes wieder zusammen und wollen uns jetzt beweisen, wie schwer der Kult um die New Yorker noch wiegt. Ein Comeback, dass zur nostalgischen Nabelschau verkommt? Und dann kommen sie auch noch mit solch einem grellbunten Cover daher.

Sie wollen uns glauben machen, sie wären noch wichtig. Eher hätte man gedacht, dass sie komplett getrennte Wege gehen und die Band zu Grabe tragen, als wieder ein neues Studioalbum aufzunehmen. Nach dem ersten Durchgang lässt sich jedoch bereits sagen: Mit „Angles“ sind die Strokes in den späten 80ern angekommen. Mit Klängen der Anfangszeit war sowieso nicht zu rechnen, aber auch die fein dosierte Mischung aus Hardrock und Wave, die „First Impressions of Earth“ besonders machte, ist passé. An vielen Stellen klingt die Band so locker und verspielt wie nie.

Poppige Pfiffigkeit und Synthie-Klänge, erfindungsreich kombiniert – „Angles“ ist definitiv keine uninspirierte Pflichtübung, wie man es nach der Single „Under Cover of Darkness“ vermutet hätte, sondern schlichtweg ein tolle Platte. Zehn zurückgelehnte Modern-Pop-Songs mit 80s-Flair, die nach Sonne, Strand, Meer, Cabrios, blauem Himmel und einer guten Zeit klingen. Mehr kann man von ihnen eigentlich gar nicht verlangen.

Der Opener „Machu Picchu“ lässt die Gitarren perlen wie Grashalme im Wind, die hübsche Melodie tut ihr übriges. Zu schön, zu warmherzig sind Songs wie „Games“, „Two Kinds of Happiness“ oder „Taken for a Fool“, als dass man sie einfach so abschreiben könnte. „You’re So Right“ nimmt sich den R’n’B noch zur Brust – natürlich in stoischer Strokes-Manier. Herkömmlich wirkt auf „Angles“ eigentlich nur „Under Cover of Darkness“ – da hatte „Juicebox“, die Vorabsingle des Vorgängers, deutlich mehr Wumms in den Knochen.

Der vierte Streich der Strokes untermauert die Stärken des Fünfers, definiert sie zum Teil neu und lässt die Schwere, den Druck, noch etwas beweisen zu müssen, komplett weg. Wie sie das bloss hingekriegt haben. „I’m learning to start again, to give it another try“ heisst es an anderer Stelle, bei einer gänzlich anderen Band, auf einem gänzlich anderen Album – trotzdem sagt diese Zeile mehr über „Angles“ aus, als alles, was mir sonst noch dazu einfallen mag.

Seit 18. März 2011 im Handel.

Anspieltipps:

> Machu Picchu
> Two Kinds of Happiness
> Taken for a Fool

Diskographie:
> Is This It (2001)
> Room on Fire (2003)
> First Impressions of Earth (2005)
> Angles (2011)

Ähnliche Künstler:
> The Velvet Underground
> The White Stripes
> Arctic Monkeys