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The Music – Welcome To The North Special Edition

The Music – Welcome To The North Special Edition

Erstellt am: 01.02.2005
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Erstellt am: 01.02.2005   Autor:

Neuerscheinungen

Solider Zweitling

Die Band mit dem sprechenden Namen The Music haben 2004 ihr zweites, im Grossen und Ganzen ordentliches Album hingelegt, von dem kürzlich eine Neuauflage mit einer Live-Bonus Disc veröffentlicht wurde.


Es sind nun mehr als zwei Jahre vergangen, seitdem The Musics Debütalbum sie in Grossbritannien unter die Top-Favoriten für die beste Band katapultierte. Die vier kaum 20 Jahre alten Jungs haben auch mit ihrem zweiten Werk, „Welcome To The North“, ein solides Rockalbum veröffentlicht, das Rock Power im Stile von Led Zeppelin mit der Psychedelik von Jane’s Addiction verbindet.
Schon der Opener, „Welcome To The North“, definiert das Motto des Albums und fetzige Gitarrenriffs treiben den Song zusammen mit einem groovendem Bass, coolen Drums und Rob Harveys unverwechselbarer, unter die Haut gehender Schrei-Stimme vorwärts. Auch der zweite an Disco-Rock erinnernde Track rockt gehörig, lässt einen geradezu headbangen und das psychedelisch angehauchte und hypnotische „Bleed From Within“ treibt Harveys Stimme, von markanten Drums begleitet, auf die Spitze und man schreit sich den Schmerz von der Seele. Der darauffolgende Track ist ein eher nervtötender Uh-Oh-Mitsing-Song, doch mit „Cessation“ kommt die Rettung und es wird noch einmal mit Höllentempo über die Tanzflächen gestampft.
Die zweite Hälfte des Albums ist von eher ruhigerer, relaxterer Natur und man hat irgendwie das dumpfe Gefühl, dass die Jungs ihre besten fünf Songs gleich an den Anfang gepackt haben und ihnen die Puste bereits ausgegangen ist, denn die restlichen Stücke sind ein wenig uninteressant und kraftlos. Die Stärke von The Music liegt eben darin, fette Gitarrenriffs mit abgefahrenen Drums und einer lauten Stimme von Rob Harvey zu verbinden und so hinterlassen die schwächeren, ruhigeren Stücke einen seltsamen und unpassenden Eindruck. Bei „I Need Love“, einem trotzig-simplen Stück Musik, wird der Tiefpunkt erreicht, doch die Enttäuschung währt nicht lange, denn alsbald folgt das ebenfalls eher ruhige, aber durchaus hörbare „Open Your Mind“, das dem Album einen würdigen Abschluss verschafft.
Insgesamt ist „Welcome To The North“ in Anbetracht des Alters der Bandmitglieder und des grossen öffentlichen Drucks, der seit dem immensen Erfolg des Debütalbums auf ihren Schultern lastete, doch ein gutes Album, das Rockfans ohne Probleme für sich gewinnen dürfte.
Auf der Bonusdisc der Neuauflage finden sich zusätzlich zu den Songs aus „Welcome To The North“ einige Live-Stücke, die die Qualitäten von The Music als fantastische Live-Band bestens zeigen und man bedauert sehr, das Konzert nicht miterlebt zu haben.

Seit 24. Januar 2005 im Handel.

Anspieltipps: Welcome To The North, Bleed From Within, Cessation
similar artists: Led Zeppelin, The Stone Roses, Jane’s Addiction

Bio:

The Music stammen aus Leeds, England und bestanden ursprünglich aus Rob Harvey, Adam Nutter und Stuart Coleman, bis 1999 Drummer Phil Jordan zur Band stiess. Die erste Single der Band, „Take The Long Road And Walk It“, wurde 2001 auf einem kleinen Label veröffentlicht, kurz nachdem die Bandmitglieder den Schulabschluss erlangten. Auf die Single folgte die „You May As Well Try To Fuck Me“-EP und Magazine wie NME hielten die Band für „die wichtigste seit Oasis“. Als die Jungs gerade ‚mal 18 Jahre alt waren, wurde 2002 ihr Debütalbum „The Music“ veröffentlicht, das in Gross- britannien Goldstatus erreichte. 2004 erschien das zweite Album, „Welcome To The North“ und jüngst eine Neuauflage des Letzeren mit Livematerial.

Diskographie:
> The Music (2002)
> Welcome To The North (2004)
> Welcome To The North Special Edition (2005)