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The Mars Volta – Noctourniquet

The Mars Volta – Noctourniquet

8.0

Genre: ,
Label: Warner

Erstellt am: 31.03.2012
Autor:
Erstellt am: 31.03.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Das neue Nebenprojekt?

„Noctourniquet“ erblickt die Welt im Schatten von At The Drive-In. Macht die Reunion der Posthardcore-Grossmeister The Mars Volta zum Nebenprojekt von Omar Rodriguez Lopez und Cedric Bixler Zavala?

Nie und nimmer wollten sich At The Drive-In wieder zusammentun, ausgeschlossen und aussichtslos. Man darf sich zweifelsohne von dieser Reunionflut genervt fühlen – es ist jedermanns eigene Entscheidung. Aber gerade die Bands, die es kategorisch ablehnen, genau diesen Bands zollt man Respekt für ihre Konsequenz und wenn sie mit dieser dann brechen, egal aus welchen guten Gründen auch immer, verlieren sie und ihre Reunion an Reiz. Noch weniger nachvollziehbar ist es, wenn aus einer fantastischen Band zwei andere fantastische Bands wie Sparta und The Mars Volta entstanden sind. The Mars Volta veröffentlichen mit „Noctourniquet“ ihr sechstes Album in neun Jahren. Dem Workaholic Omar Rodriguez Lopez sei Dank. Doch davon las man in letzter Zeit herzlich wenig, vielmehr waren At The Drive-In das Thema. Schlecht für ein neues Album. „Octahedron“ gab The Mars Volta eine neue Richtung, als die Band gerade daran war, in ihrem Krautprog-Irrsinn komplett zu stagnieren. Damals schrieben wir: „“Octahedron“ wird man aber wohl erst dann richtig einordnen können, wenn man die nächste Platte in den Händen hält“. Es ist nicht sehr elegant, sich selber recht zu geben. Aber nun, da „Noctourniquet“ endlich erscheint, stimmt die Aussage. Die Selbstkritik muss deshalb genauso folgen: „Octahedron“ nämlich in diesem Zusammenhang, als Album und als Neuentwicklung unterschätzt zu haben.

So sind The Mars Volta bei „Noctourniquet“ angekommen und viele werden wieder sagen, es sei zugänglicher und das gleich wieder relativieren, weil zugänglicher im Mars-Volta-Kosmos anders zu verstehen ist und die Texaner mit einigen kleinen Monstern zu Beginn der Platte die Indiebevölkerung verschrecken. Optisch waren sie noch nie so nahe an Pink Floyd, musikalisch sind sie mutig wie immer, klanglich waren sie selten frischer. Die kleinen Monster sperren nicht riesige Mäuler auf, drehen nicht alles durch den Fleischwolf, sondern beissen lieber fies in die Waden. Jeweils drei der ersten sechs Songs sind abwechselnd genial schräg und einfach grossartig – danach verkriechen sich die Biester in ihre Höhlen. Was folgt, kann kein Nebenprojekt sein. Der Kraut-Progrock weicht auf diesem Album beinahe vollständig Synthesizern. The Mars Volta vervollständigen ihren Schritt in den erhofften neuen Sound. Dabei gelingen ihnen mehr als eine Handvoll Songs, die man zu den besten ihrer wieder jungen Karriere zählen darf. Und dafür brauchte es „Octahedron“, damit „Noctourniquet“ der noch bessere Nachfolger davon ist.

Seit  23. März 2012 im Handel.

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Anspieltipps:
> Aegis
> Empty Vessels Make the Loudest Sounds
> Lapochka

Diskographie:
> De-Loused in the Comatorium (2003)
> Frances The Mute (2005)
> Amputechture (2006)
> The Bedlam in Goliath (2008)
> Octahedron (2009)
> Noctourniquet (2012)

Ähnliche Künstler:

> Omar Rodriguez-Lopez
> The Fall of Troy
> Coheed and Cambria