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The Herbaliser – Same as it never was
The Herbaliser – Same as it never was

The Herbaliser – Same as it never was

8.0

Genre: , ,
Label: !K7 Records

Erstellt am: 30.05.2008
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Erstellt am: 30.05.2008   Autor:

Neuerscheinungen

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Der Titel ist Programm: Auf ihrem siebten Album bewahren die Briten ihre Klasse, setzen aber zu einem neuen Stück Bandgeschichte an.Viel euphorischer kann ein Album kaum loslegen: Mächtige Bläsersätze, dicke Beats und die vorstellbar sonnigste Melodie machen den titelgebenden Opener zum Sommerhit. Eine neue Lieferung doper Beats also, wie es sich für die beiden Herbs Ollie Teeba und Jake Wherry gehört?

Nicht ganz. Was beim ersten Track kaum noch auffällt, offenbart sich später in aller Deutlichkeit: Einiges ist anders. Das begnadete Duo kriegte permanente Gesellschaft. Neu zählen auch Ralph Lamb (Trompete) und Andy Ross (Flöte, Saxophon) zu den festen Bandmitgliedern. Sie bilden das Easy Access Orchestra, welches The Herbaliser in den letzten Jahren auch auf Tour begleitete. Zudem stiess mit der 22-jährigen Jessica Darling eine Sängerin zu der Band, die fünf der zwölf Songs ihren Stempel aufdrückt. Eine einschneidende Veränderung dürfte ebenfalls der Wechsel vom bisherigen Label Ninja Tune zu den deutschen !K7Records darstellen.Bereits auf dem 05-er Album “Take London“ kündigte sich an, dass The Herbaliser künftig stärker auf Live-Instrumente setzen. Auf “Same as it never was“ setzt die zum Quintett herangewachsene Band diese Entwicklung konsequent fort.

Das veränderte Line-Up verpasst dem Sound einen dicken Soul-Anstrich. Sicherlich ist dies auch auf die verrauchte Stimme von Jessica Darling zurückzuführen, die sich nicht vor der ähnlich begnadeten Alice Russell zu verstecken braucht. Die Uptempo-Nummern “On Your Knees“, “You’re Not All That“ oder “Clap Your Hands“ erinnern an erdigen 70’s-R&B. Und klängen fast zeitlos, wären sie nicht durch dezente Electronica und schicke Scratches verziert.

The Herbaliser haben ihre alten Pfade aber nicht verlassen, sondern vielmehr den musikalischen Blickwinkel erweitert und zusätzliche Ziele gefasst. Die Soundtrack-Zitate sind immer noch zuhauf vorhanden. Das düstere Trip Hop-Stück “Stranded on earth“ etwa greift clever Elemente von Ennio Morricones Filmmusik auf, das herrlich abgedroschene “Amores Bongo“ bedient sich bei 50’s-B-Movie-Soundtracks.
Auch die Ursprünge des abstrakten Hip Hop machen sich in beinah jedem der Stücke bemerkbar. Zudem sind weiterhin Gast-MC’s vertreten, übernehmen aber nur noch in drei der zwölf Stücke die Mics. Besonders positiv sind wie immer die grossartige Langzeit-Kollaboratorin Jean Grae (Highlight: “Street Karma“) und neu auch Yungun aus North London zu erwähnen.

“Blackwater Drive“ ist der komplexeste Titel auf dem neuen Album. In drei Teile gegliedert, streifen die Briten hier orientalische Melodien im ersten Part, klingen im Mittelteil mit wunderbarem Akustikgitarrenspiel und treibenden Breakbeats wie RJD2 zu besten Zeiten und begeistern schliesslich mit freier Blasinstrument-Improvisation. Erfreulich wie es The Herbaliser hier gelingt, ihren bewährten Sound-Mix mit allerhand spannenden Elementen anzureichern.

Seit 25. Mai 2008 im Handel.

Anspieltipps: Same As It Never Was, Blackwater Drive
Trackliste: 1) Same As It Never Was; 2) On Your Knees; 3) Just Won’t Stop; 4) Next Spot; 5) Can’t Help This Feeling; 6) Amores Bongo; 7) Street Karma; 8) You’re Not All That; 9) Blackwater Drive; 10) Game Set And Match; 11) Clap Your Hands; 12) Stranded On Earth
similar artists: DJ Food, Mr. Scruff, Sharon Jones and The Dap-Kings
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Bio:
Im England der frühen 90er gründeten Ollie Teeba and Jake Wherry The Herbaliser. Ihr erstes Album “Remedy“ erschien 1995, mit “Blow Your Headphones“ lieferten sie wenig später einen der stärksten Outputs des Ninja Tunes-Labels nach. Mit ihrem Mix aus Mid-Tempo-Beats, dusty Funk-, Jazz- und Soundtrack-Samples und Raps gehörten The Herbaliser zu den bekanntesten und Hip Hop-lastigsten Acts des renommierten UK-Indie-Labels. Neben sechs regulären Alben für Ninja Tune leisteten The Herbaliser einen gelungenen Beitrag zur Solid Steel-Reihe und übernahmen für Fabric Live 26 die Regler. Ihr achtes Album erscheint nun auf !K7 Records. Immer wieder arbeiteten die beiden Briten mit zahlreichen Gastvokalisten zusammen, unter anderem Jean Grae, MF Doom, Roots Manuva oder Seaming To. Für das achte Album nahmen Teeba und Wherry drei weitere feste Mitglieder in die Band: Ralph Lamb (Trompete), Andy Ross (Flöte, Saxophon) und Jessica Darling (Gesang).

Diskographie:
> Remedies (1995)
> Blow Your Headphones (1997)
> Very Mercenary (1999)
> Session One (2000) (live band instrumental album, under the name The Herbaliser Band)
> Something Wicked this Way Comes (2002)
> Take London (2005)
> Same As It Never Was (2008)