Exit Music
The Bony King of Nowherere – Eleonore
The Bony King of Nowherere – Eleonore

The Bony King of Nowherere – Eleonore

8.0

Genre:
Label: Pias Benelux

Erstellt am: 10.02.2012
Autor:
Erstellt am: 10.02.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Still and deep and dark and heavy

Für Furore sorgende Musiker aus Belgien sind eigentlich längst nicht mehr so selten, dass die Herkunft einer Erwähnung bedarf. Sensiblen und behaglichen Retro-Folk kannte man aus dem Königreich aber bisher nicht.

Zur Mode ist es in den letzten Jahren geworden, auf den naturmystischen 70er-Folkrock zurückzugreifen, um das Singer/Songwriter-Spektrum um eine faszinierend unmoderne Facette zu bereichen. So haben Midlake ein brilliantes Album gemacht und die Fleet Foxes findet man mittlerweile weltweit in den Hitparaden. Auch Bram Vanparys aus Belgien folgt diesem Weg mit seiner Band The Bony King Of Nowhere. Bei diesem Namen werden Radiohead-Fans sicherlich aufhorchen, es ist der Alternativtitel des Songs „There There“ von „Hail to the Thief“. Das ist allerdings auch das einzige Verbindungsstück zur den legendären Briten, denn  „Eleonore“ ist bewusst rückwärts gerichtet und nicht voller Versuchsanordnungen wie die jüngsten Projekte von Radiohead.

Die Arrangements sind auch nicht so weit gefächert wie beispielsweise bei Midlake-Flöten und Violinen sind hier nicht im Spiel- an deren in sich gekehrte Atmosphärenkunst reicht „Eleonore“ allerdings tatsächlich heran. Das Herzstück bilden auch bei Vanparys Kompositionen schwermütige Melodien, in denen man sich früher oder später mit Sicherheit verliert. „Girl From the Play” und das Titelstück  beispielsweise sind auf diese Weise vom ersten Moment an beeindruckend.
„The Poet“ ist dem flämischen Dichter Willem Elsschot gewidmet, der nachhaltigen Eindruck bei Vanpary hinterlassen hat. Generell sind ihm die Texte sehr wichtig, auch wenn man hier auch einfach schöne Musik geniessen kann, ohne darüber nachzudenken. Ebenso wie der Gesang, der sehr direkt berührt, da er nicht den aktuell recht beliebten wimmernden Ton anschlägt, sind die Texte einfach, aber sehr ausdrucksstark und können es durchaus mit den Grossen aufnehmen. Bei den Worten „Love is a word, that I rarely use” denkt man daher nicht zu Unrecht sofort an Lambchops Kurt Wagner.

Als sehr überzeugender Vertreter melodiösen, introvertierten Folkrocks ist der 24 Jahre junge Bram Vanpary gemeinsam mit seiner Band eine wahre Entdeckung. Mit „Eleonore“ gelingt ihnen ein traumwandlerisch schönes Album, dass so sehr zur Winterzeit passt wie das erfrischend ungekünstelte Coverfoto. „The lake is very still and deep and dark and heavy“ heisst es im vortrefflichen „The Garden“. So verhält es sich auch mit diesem Album.

Seit  21. Oktober 2011 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:

> Girl From the Play
> The Garden

Diskographie:

> Alas My Love (2009)
> Eleonore (2011)

Ähnliche Künstler:
> Midlake
> Devendra Banhart
> Fleet Foxes