Exit Music
The Black Keys – El Camino
The Black Keys – El Camino

The Black Keys – El Camino

8.0

Genre: ,
Label: nonesuch

Erstellt am: 14.02.2012
Autor:
Erstellt am: 14.02.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Nicht tanzen untersagt

Die Vorfreude war gross – die Optik provozierend. Ein einschlägiges Gesamtkonzept und ehrliche Künstler laden dazu ein, ihr Können zu geniessen. Ein durchaus gelungenes, sich gut ins Gesamtwerk einreihendes Werk. Zum Feiern des zehnjährigen Jubiläums der Band. Und ihres ersten Tourbusses.

von Ursula Sidler

Bei der ersten Single „Lonely Boy“ wird man, sobald einmal gehört, nicht drum herum kommen, dies des Öfteren zu wiederholen. Erzählt wird von einer Liebe, welche nicht oder nicht angemessen erwidert wird. Die optimistische Art lässt die Kämpfernatur erwachen. Dumpf wummernd bahnt sich „Dead and Gone“ den Weg in die Knochen. Zukunftsorientiert sich nicht von Windstössen vom Weg abbringend bewegt sich die Melodie fort. Die Gitarrenriffs können im weitesten Sinne als lyrische Trompeten aufgefasst werden.
„Gold on My Ceiling“ ist mit Sicherheit auf jeder Setlist. Hier beweisen die Black Keys wieder einmal ihr Flowgefühl. Ein gekonnter Auftakt, viel aktivierende Rhythmuselemente, schnittige Gitarren.
Eine vorerst minimalistische Erscheinung hat „Little Black Submarines“. Eine bezaubernde Gitarrenmelodie, Dan Auerbachs wehmühtiger Schall, gezielt eingesetzte Ambientkleckse. In der Mitte des Stücks kommt der Einschlag – Stilsicherheit am Schlagzeug, verzaubernde Verstärkereffekte. Auch das Solo von „Money Maker“ hat eine tolle klagende Verzerrung.

Am stimmungsvollsten kommt „Run Right Back“ daher. Durch die Wechselwirkung zwischen Perkussion und Saitenspiel erheben sich die Teile wie in einer Metapher zu einer höheren Bedeutung. „Sister“ kann in einem Film gut als Soundtrack verwendet werden. Ehrlich und mit Herz. „Hell of a Season“ enthält interessante perkussive Wechsel. Treue wird unter Leiden beschwört. Sehr ausdrucksstark. Das Pochen des Schädels wird spürbar. Die Melodie wird mit der Gitarre schön erweitert. „Stop Stop“ ist eine Bitte. Das bivalente Verhalten der Angesprochenen wird im Text behandelt. Die Gitarre drückt das Ausharren aus sowie Verzweiflung, welche sich während des Songs in sanfte Gleichgültigkeit entwickelt.
Von Anfang an voll erklingt „Nova Baby“. Hier scheint der Schlussstrich gezogen zu werden. Dies wird in „Mind Eraser“ widerlegt. Diese Geschichte scheint den Protagonisten wohl vollkommen mitgenommen zu haben. Die Verlangsamung in der Gitarre drückt das Gefühl des Steckenbleibens aus. Ein leichtes Aufgekratztsein ist zu vernehmen. Die Klangergüsse hingegen hüllen einem ein wie ein warmer Morgenmantel und man unterliegt der Versuchung der Taste „repeat all“.

Seit 6. Dezember im Handel.

Anspieltipps:
> Run Right Back
> Little Black Submarines

Diskographie:
> The Big Come Up (2002)
> Thickfreakness (2003)
> Rubber Factory (2004)
> Magic Potion (2006)
> Attack & Release (2008)
> Brothers (2010)
> El Camino (2011)

Ähnliche Künstler:
> Two Gallants
> The White Stripes
> The Blue Van
> The Von Bondies
> Archie Bronson Outfit
> Kings of Leon