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Tamikrest – Toumastin

Tamikrest – Toumastin

7.0

Genre:
Label: Glitterhouse

Erstellt am: 29.04.2011
Autor:
Erstellt am: 29.04.2011   Autor:

Neuerscheinungen

Identitätsstiftung

Tamikrest spielen den Desert Blues der Tuareg in der zweiten Generation. Sie greifen vergleichbare Themen auf und setzen dabei auch eigene Akzente. Das ist ebenso erfreulich wie ihre von träge treibender Dringlichkeit bestimmten Lieder.

Wer den Chicago-Blues über alles liebt, erwartet nicht, dass ein Vertreter dieser Spielart plötzlich klingt wie die Jon Spencer Blues Explosion. Evolution ist in solchen Fällen gefragt, nicht Revolution. Mit dem so genannten Desert Blues der Tuareg verhält es sich genauso. Das Umfeld seiner Interpreten ist – im weitesten Sinn – mit dem des Chicago-Blues (des Cydeco, des Tex-Mex oder der Cajun-Musik) vergleichbar.

In den 1980er-Jahren entwickelt – die in einem libyschen Militärcamp gegründeten Tinariwen gelten als Vorreiter – führen Gruppen wie Tamikrest und Toumast die noch junge Stilrichtung des Desert Blues weiter. Auch Tamikrest verbinden die bluesige E-Gitarre mit traditionell wirkenden Melodien und Chorussen. Ihre Lieder sind durchweg langsam, sanft fliessend und redundant. Ihre Gleichförmigkeit ist ebenso reizvoll wie die eigenwillige Spielart des Blues.

Der Gesang des Bandleaders Ousmane Ag Mossa ist durchweg rau, und auch seine Texte stehen in der Tradition seiner Vorfahren. Er besingt seine Liebe zur Natur, ruft seine Landsleute auf, sich endlich gegen die Unterdrückung zu wehren und bringt – natürlich – auch Liebeslieder.

Die Musik von Tamikrest soll offensichtlich auch identitätsstiftend sein. Aber selbst wenn Ousmane Ag Mossa an die Freiheitsbestrebungen und die Tradition der nomadisierenden Tuareg appelliert, sind seine Texte poetisch und nicht agitatorisch. Den für den Desert Blues charakteristischen Klang seiner Gitarre akzentuiert er mitunter subtil mit einem Wah-Wah-Effekt. So fügt er dem vertrauten Klang seiner wie üblich sanft fliessenden Lieder eine neue Nuance hinzu.

Wie bei westafrikanischer Musik, die auch in unseren Breitengrade gelangt, üblich, fungierte ein westlicher Musiker als Geburtshelfer des zweiten Tamikrest-Albums: Als Produzent zeichnet Chris Eckman. Der Kopf der Walkabouts und Dirtmusic , der auch das letzte Album des grossartigen malischen Bluesgitarristen Lobi Traoré produzierte, hat Tamikrest beim Festival au Désert kennengelernt, das jedes Jahr in der Nähe von Timbuktu (Mali) abgehalten wird. Die gemeinsamen Jam-Sessions abseits der Bühne haben zu einer längerfristigen Zusammenarbeit geführt.

Seit  22. April 2011 im Handel.

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Anspieltipps:
> Fassous Tarahnet
> Nak Akaline Tinza

Diskographie:
> Adagh (2009)
> Toumastin (2011)

Ähnliche Künstler:
> Terakaft
> Toumast
> Tinariwen