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Sophie Hunger – The Danger of Light
Sophie Hunger – The Danger of Light

Sophie Hunger – The Danger of Light

7.5

Genre: , ,
Label: Two Gentlemen

Erstellt am: 28.12.2012
Autor:
Erstellt am: 28.12.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Eine runde Sache

Sophie Hunger ist eine junge Dame, die momentan überall gern gesehen ist. Auf Jazz-Festivals, im Feuilleton und insgesamt auch ausserhalb der Schweiz. Das liegt nicht nur an ihrem kunstvollen Indiepop, den sie zwischen Jazz, Folk und Chanson aufspannt, sondern auch an einer einnehmenden Persönlichkeit.

Schweizer zu sein hat oft den Vorteil der Mehrsprachigkeit, bei Musikern besonders, da Schweizerdeutsch und Hochdeutsch gerade im gesungenen Wort weit auseinander liegen. Emilie Jeanne-Sophie Welti alias Sophie Hunger macht davon in besonderer Weise Gebrauch. Ihr Deutsch klingt in „Das Neue“ mit Absicht so hart wie das eines rechthaberischen Grossstadtmädchens, während „Z´Lied vor Freiheitsstatue“ ein ganz grosses, erhabenes Chanson auf Schweizerdeutsch ist. Standardmässig allerdings auf Englisch sind die meisten Songs wieder geprägt durch den ausgeprägten Einsatz der Posaune von Michael Flury. „The Danger of Light“ ist kein echtes Solowerk, auch live kann man immer wieder beobachten, welchen Stellenwert Hungers hervorragende Band hat. Eine reichhaltige Instrumentierung wie in  „Souldier“ sorgt für farbenprächtige Sonstrukturen. Man hält mit den langsamen Tönen aus Flurys Posaune inne, düstere Klavierakkorde umrahmen das Stück unheilvoll. Die Mundharmonika im Schlussakt „Take a Turn“ ist mit Sicherheit Geschmackssache, aber ein h&¨bsches Gimmick zum Ende.

„The Danger of Light“ ist ebenso vielschichtig wie ergreifend, stapelt auf ein pittoreskes Klavierstück die nächste vorwärts gerichtete Attacke mit druckvoller Bandbegleitung. Dass dabei nicht der Albumfluss und die Stimmung verloren gehen, liegt an der angenehm schummrigen Grundatmosphäre, die aus der fantastischen Kombination aus Sophie Hungers oft hart wirkender Stimme und den aufwändigen Arrangements erwächst. Der Gesang gefällt dabei vor allem durch eine herbe, aber sehr persönliche Note. Wenn sie das nicht ablegt, genau wie den ewig grimmigen Gesichtsausdruck auf all ihren Albumcovern, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als Sophie Hunger weiterhin überall Gehör zu schenken.

Seit  5. Oktober 2012 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Rererevolution
> Z´Lied vor Freiheitsstatue

Diskographie:
> Monday’s Ghost (2008)
> 1983 (2010)
> The Danger of Light (2012)

Ähnliche Künstler:

> Cat Power
> Feist ¨b