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Shout Out Louds – Howl Howl Gaff Gaff (2006)
Shout Out Louds – Howl Howl Gaff Gaff (2006)

Shout Out Louds – Howl Howl Gaff Gaff (2006)

9.0

Genre: , ,
Label: Bud Fox Recordings

Erstellt am: 03.03.2006
Autor:
Erstellt am: 03.03.2006   Autor:

Neuerscheinungen

Eierbrötchen

So loud shouten die Shout Out Louds dann doch nicht out, ist auch nicht nötig, die meist niedlichen Liedchen stimmen auch ohne sie laut hören zu müssen.
’We don’t even listen to them anymore’, tun wir natürlich nicht, sondern summen (ja singen teilweise gar) die Melodien dieser fünf fröhlich-freundlichen Schweden mit und staunen, dass dieses im Grundbauplan einfach gestrickte Musikantentum nicht verleiden will. Die Melodien sind eingängig wie Wattestäbchen und schwirren täglich und ganztags irgendwo im Parietallappen umher und zwingen einen somit beinahe, die Platte ein weiteres und noch ein weiters Mal abzuspielen. Richtig liebe Musik, ja gar niedlich. Musik die Eltern zusammen mit ihren Neugeborenen Frischlingen anhören sollten. Ein Familiensommersonntagsspaziergang mit Blumen in der Nase und einem Eierbrötchen am Schuh. Die Platte verpasst die Saison ein wenig, erscheint etwas zu früh, von Sommer kann man momentan nur lügend sprechen, vielleicht Ejaculatio praecox aber sie klingt wahrscheinlich schon im rasant nahenden Frühling passender, ausserdem protzen schwedische Sommer bekanntlich nicht mit Sonnenbränden. Und die Eierbrötchensaison beginnt auch erst in ein paar Wochen. Jedenfalls liess sie mich die kleinen Problemchen des Alltags (den Feinstaub, die Vogelgrippe und den Bärtigen) verdrängen oder belächeln, indem sie mir täglich gemütliche Ruhe, kindliche Lebensfreude und übermässigen Optimismus durch die Boxen jagte. Das Keyboard klimpert (des Öfteren eingestellt auf Glocken- oder Xylophongeräusche) liebliche, scheue Spielereien über die teils klagend gesungenen Melodien, während die Gitarre über den soliden Bass- und Schlagzeugteppich säuselt. Ab und zu flöteln einige Flöten oder geigeln einige Geigen ins Geschehen und sorgen wiederum für gemütliche Gemütlichkeit. Gerockt wird selten und wenn, dann auf eine ganz eigene, zurückhaltend-niedliche Art und Weise. Nur nicht zu laut werden, nicht zu loud outshouten, aber trotzdem ab und zu ’’hurry up let’s go’’. Zusammengefasst ein Heidenspass für jung und alt, welcher allzu anspruchsvollen Musikhörern vielleicht zu einfach klingt oder zu süsslich schmeckt, Herrn und Frau Otto bzw. Anna Alternativverbraucher mit Hang zur Freundlichkeit jedoch in hohem Masse begeistern wird.
Seit 27. Januar 2006 im Handel

Anspieltipps: The Comeback; Oh, Sweetheart; Go Sadness; Please Please Please; 100°; Hurry Up Let’s Go
Trackliste: 1) The Comeback; 2) Very Loud; 3) Oh, Sweetheart; 4) A Track And A Train; 5) Go Sadness; 6) Please Please Please; 7) 100°; 8) There’s Nothing; 9) Hurry Up Let’s Go; 10) Shut Your Eyes; 11) Seagull
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