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September Malevolence – Our Withers Unwrung
September Malevolence – Our Withers Unwrung

September Malevolence – Our Withers Unwrung

Erstellt am: 29.12.2011
Autor:
Erstellt am: 29.12.2011   Autor:

Neuerscheinungen

Gelassenes Meisterstück

Ein Beweis dafür, dass ein fantastisches Postrock-Album gar nicht viel braucht. Nur ein paar gute Melodien und die Abwesenheit von Grossspurigkeit.

September Malevolence wissen, dass man sich nicht nur auf Stimmungsbilder fokussieren darf, um mit dieser Art von Musik zu überzeugen. Die Songs  dürfen nicht auf der Strecke bleiben, und das gelingt hier exzellent. Die Schweden spielen zurückhaltenden Indierock genau so eindrucksvoll wie die epischen, stimmungsbasierten Tracks. Understatement scheint trotzdem ein wichtiger Pfeiler für ihr Schaffen zu sein. Wenn gesungen wird, entschuldigt sich Sänger … meistens. Statt sich endgültig für oder gegen Gesang zu entscheiden, vertraut man hier auf eine Mischung aus beidem, mit dem Effekt, dass es an Abwechslung nicht mangelt.

Die berühmt-berüchtigte Laut-Leise-Schablone kommt bei den vier Schweden zwar ab und zu zum Einsatz, aber dann auch mit angemessener Wucht. Grossartige, ausladende Gitarrenmelodien durchdringen den dichten Klangnebel, bei dem das Schlagzeug eine wichtige Rolle spielt. Wer sich auf die krachenden Momente freut kommt also nicht zu kurz, Qualität geht hier aber eindeutig vor Quantität.  Das herausragende „Details of Detours“ verkörpert diese Herangehensweise am besten und hinterlässt mit seinem perfekten Timing den nachhaltigsten Eindruck. Es gibt aber auch typische Atmosphäre-Tracks mit verschnörkelten Motiven, wie „Blizzard“, das sich zuletzt ganz in Chorgesang auflöst. Für den Gegenpol sorgen dann Stücke wie „King of Highschool“, welches hervorragend ohne altbekanntes Crescendo auskommt. „Our Withers Unwrung“ ist ein hinreissendes Album geworden, das sich aus der Festgefahrenheit seines Genres befreien kann. Denn September Malevolence gehen nicht zwingend mit der Einstellung, große Kunst erstellen zu wollen, an ihre Musik heran und wirken daher eher wie eine entspannte Indie-Band. Und deshalb sind die Songs, genau wie das Album insgesamt, für Postrock-Verhältnisse relativ kurzweilig. Das ist geschickt, denn umso schneller mag man sie wieder hören.

Seit  18. November 2011 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > Vertrieb

Anspieltipps:
> End of New Beginnings
> Details of Detours

Diskographie:

> Tomorrow We´ll Wonder Where This Generation Gets Its Priorities From (2006)
> After This Darkness, There´s a Next (2008)
> Our Withers Unwrung (2011)

Ähnliche Künstler:
> Blueneck
> The Unwinding Hours
> Mogwai