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Planks – Funeral Mouth
Planks – Funeral Mouth

Planks – Funeral Mouth

7.0

Genre: , ,
Label: Golden Antenna

Erstellt am: 12.12.2012
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Erstellt am: 12.12.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Gedröhne Mannheims

Animateur im Planks-Heimatort Mannheim wäre sicher kein Job für Xavier Naidoo: „Seid ihr gut drauf?“ – „Nein!“ – „Alles klar, dann kann es ja los gehen: ´Night has fallen cold and hard / Left to ruins as suns deteriorate`“. Hach, ist das wieder schön optimistisch!

Die ersten Worte auf „Funeral Mouth“ könnten nicht passender gewählt sein. Nach einem unheilschwangeren und wuchtigen Instrumental-Intro stürzt das Titelstück mit noch grösserer Finsternis auf die Ohren ein. Blastbeats und die raueste Variante von Ralph Schmidts heiseren Growls rücken das Stück sehr nahe an Black Metal, bis sich nach drei Minuten die Finsternis verzieht und Postrock-Gitarren kurz das Inferno auflockern. Obwohl das Stück fast sieben Minuten dauert, wirkt es wie viele andere auf diesem Album ausserordentlich kompakt, ein ungewohntes Gefühl, wenn Musiker die  Vorsilbe „Post“ benutzen. Auch die nächste Attacke auf die Gehörgänge ist geradezu beispielhaft. „An Exorcism of Sorts“ enthält es die angekündigten Wave-Versatzstücke, baut auf einem sehr eingängigen Riff auf, über das zunächst wirklich Robert Smith singen könnte. Der Kontrast zwischen Soundscapes und Geholze wäre aber noch beeindruckender, wenn der Gesang nicht so unglaublich stark in den Hintergrund gemischt worden wäre, sodass die dominierende metallische Seite zwar schön ruppig, aber nicht erdrückend ist.

“Agnosia Archetype” und “I Only See Death in You” erinnern an die Findungsphase grosser Sludge-Bands wie Kylesas “To Walk a Middle Course” oder “Winter Hours” von Tombs. Harter Tobak also, der aber einen gewissen Feinsinn durchschimmern lässt und somit dauerhaft recht spannend bleibt. Trotzdem hätte man sich mehr Songs wie „Scythe Imposter“ mit Gastgesang von Junius-Frontmann Joseph Martinez oder den epischen Rausschmeisser „The Spectre“ gewünscht, dass sich nach einem formelhaft erdachtem Start mit meterhohen Riffwänden ganz weit in den Postrock-Himmel schiesst. Die letzten beiden Songs hinterlassen also einen gewaltigen Eindruck, der das ganze Album in einem guten Licht enden lässt. Ausbesserungsfähig sind Songwriting und Abwechslungsreichtum allemal, auch wenn Planks schon sehr viel ideenreicher geworden sind. Die Lücke, die von der radikalen, aber überraschend atmosphärischen schwarzen Raserei ihrer letzten Alben gelassen wurde, haben sie auf jeden Fall grösstenteils gefüllt. Angst oder Ehrfurcht hat man glücklicherweise immer noch hier und da, auch mit der Postrock-Kante, die das Hören erträglicher macht. Erstklassig ist in jeder Hinsicht das Artwork, das von Hummel-Grafik (u.a. Omega Massif) wie immer in hervorragender Weise angefertigt wurde.

Seit  12. Oktober 2012 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > Vertrieb

Anspieltipps:

> An Exorcism of Sorts
> Scythe Imposter

Diskographie:

> Planks (2008)
> The Darkest of Greys (2010)
> Funeral Mouth (2012)

Ähnliche Künstler:

> Tombs
> Alpinist
> Isis
> Kylesa
> Mastodon
> Black Shape Of Nexus