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Plan B – The Defamation of Strickland Banks
Plan B – The Defamation of Strickland Banks

Plan B – The Defamation of Strickland Banks

7.5

Genre: , , ,
Label: Atlantic

Erstellt am: 18.08.2010
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Erstellt am: 18.08.2010   Autor:

Neuerscheinungen

Wende zum Guten

Ben Drew wird vom düsteren Grime-Provokateur zum Soulsänger mit Samtstimme. Wenn das Plan B ist, dann ist Plan B mindestens gleich gut wie Plan A.

Der 26-jährige Ben Drew schien sich in seiner Rolle als Rüpel-Poet eigentlich nicht unwohl zu fühlen. Eine Art britischer Eminem ohne Humor, dafür mit offensichtlich besserem Musikgeschmack –  über mit akustischen Gitarren und aufregenden Samples (darunter auch The Prodigy und Radiohead) gespickten Beats provozierte der gewitzte Londoner um jeden Preis, das Resultat erregte einiges an Aufsehen, wurde von Kritik und Publikum oft aber nur mit gemischten Gefühlen aufgenommen.

Just zu jenem Zeitpunkt geriet die britische Musikwelt immer mehr und mehr in ein Retro-Soul-Fieber, welches britischen Künstlern wie Amy Winehouse, Jamie Lidell und Duffy ungeahnte kommerzielle Erfolge bescherte. Zeit für Plan B. Vier Jahre nach seinem Debüt hat Ben Drew einen beeindruckenden Wandel zum gefühlsvollen Soulsänger mit einer herrlichen Stimme (er klingt wirklich wie Motown-Legende Smokey Robinson!) hinter sich, die ersten drei, allesamt grandiosen Single-Auskopplungen laufen seit Monaten auf den kommerziellen Radiostationen Englands rauf und runter.

Es sind ziemlich geschliffene Soul-Sounds in die Ben Drew seine Geschichte um den gebeutelten Sänger Strickland Banks bettet. Zwar poltern auch mal die Blues-Rock-Gitarren, zuckrige Bläser und Streicher im besten Motown/Northern-Soul-Stil sind aber Teil fast jeden Stücks, Chöre auch und nicht zu verneinen ist, dass sich mehrere Songs mehr gleichen als ihnen gut tut. So etwa “Writings on the Wall“ und “Prayin’“, der prägnanteste Unterschied bleibt in jenem Fall, dass das kraftvolle Drama in “Prayin’“ einer der besten Momente des Musik-Jahres 2010 ist, während “Writings on the Wall“ eher blass bleibt. Homogen und klasse eingespielt ist aber jedes der 13 Stücke, man schenke dem Bassspiel etwa Beachtung, und wenn Ben Drew wieder in den Sprechgesang früherer Tage zurückfällt, dann fügt sich das MC-ing perfekt ein. Und so geht nur fast vergessen, dass Plan A eben auch gut war.

Seit 5. Mai / 30. Juli 2010 im Handel.

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Anspieltipps:
> Love Goes Down
> Stay Too Long
> Prayin‘

Diskographie:
> Who Needs Actions When You Got Words
> The Defamation of Strickland Banks (2010)

Ähnliche Künstler:
> Mayer Hawthorne
> Jamie Lidell