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Patrick Wolf – Sundark and Riverlight

Patrick Wolf – Sundark and Riverlight

7.0

Genre:
Label: Bloody Chamber Music

Erstellt am: 17.10.2012
Autor:
Erstellt am: 17.10.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Angenehme Poesie

Zehn Jahre ist es schon her seit „Lycanthropy“, dem rebellischen Jugendwerk des britischen Wolfs. Jetzt reinterpretiert er seine grössten Hits und traurigsten Balladen als Akustikversionen.

Das Album beginnt mit den wohlbekannten Zupfern von „Wind in the Wires“. Das Lied klingt dem Original sehr ähnlich, Violine statt Gitarre, keine elektronischen Beats. Das hat der Opener dem ganzen Album gemeinsam: Alle Lieder stehen in ihrer nackten Form da, ohne Schnickschnack. Jegliche Wolfsche Verzierung, elektrisierende Dekoration, alles was auf den Alben „The Magic Position“ und „The Bachelor“ als „too much“ beschrieben wurde, hat Herr Wolf weggestrichen. „Sundark and Riverlight“ ist eine Art Hommage an die letzten zehn Jahre, die Patrick Wolf als Musiker verbracht hat. Er besucht seine alten Lieder wieder und reinterpretiert sie in ihrer „wahren Form“, so wie „sie bestimmt waren“. Um ehrlich zu sein: Das Ganze klingt sehr selbstverliebt und etwas faul, da kein einziges neues Lied präsentiert wird. Und trotzdem ist es ein wunderbares Album. Es ist frisch und entspannend zugleich und gibt die Möglichkeit, alte, vergessene Lieder wieder ans Tageslicht zu bewegen. Sie werden durch seine Neuinterpretation nicht unbedingt besser, aber interessant allemal. Sie sind weniger aufmüpfig, ruhiger, erwachsener. Und im Endeffekt leider langweiliger.

Seine Stimme ist wie immer überraschend reif, tiefe Töne streifend, dann wieder lautstark und rebellisch. Überhaupt sei dieses Album eine Art Rebellion, gegen Autotuning (Endlich, danke!) und massenproduzierte Musik. Aber was wäre Patrick Wolf ohne etwas Theatralisches, ohne Übertreibungen. Manche Lieder sind zerreissend kitschig. „Vulture“ verwandelt sich von einer elektronischen Sexiness-bombe, die zwar für einige Kritiker lächerlich wirkte, zu einem langsamen Klavierwimmern, das kaum enden mag. Vielleicht ist es deswegen auf der ersten CD, „Sundark“: Diese soll dunkle, einsame Lieder enthalten, während „Riverlight“ hoffnungsvolle Lieder präsentiert, die von menschlichen Beziehungen handeln.
Wem seine früheren Alben gefielen, der wird „Sundark and Riverlight“ auch mögen. Es ist nichts neues, aber trotzdem angenehm. Nicht unbedingt das beste Kompliment für ein Album, „angenehm sein“, aber immerhin.

Seit  19. Oktober 2012 im Handel.

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Anspieltipps:
> Ouverture
> The Libertine

Diskographie:
> Lycanthropy (2003)
> Wind in the Wires ( 2005)
> The Magic Position (2007)
> The Bachelor (2009)
> Lupercalia (2011)
> Sundark and Riverlight (2012)

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