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Olympic Swimmers – No Flags Will Fly
Olympic Swimmers – No Flags Will Fly

Olympic Swimmers – No Flags Will Fly

8.0

Genre: ,
Label: GreenWhiteViolet Records

Erstellt am: 29.10.2012
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Erstellt am: 29.10.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Do It Yourself

Keine Angst, wir mögen keine Hypes. Wir mögen Geheimtipps. Und das hier ist einer.

Eigentlich kann man „No Flags Will Fly“ schon länger kaufen. Die Olympic Swimmers haben ihr Debüt im Juni selber veröffentlicht – momentan ist es nur über iTunes oder die bandeigene Website zu haben. Das muss und wird sich wohl noch ändern. Die Band spielte bereits zusammen mit Frightened Rabbit und The Unwinding Hours. Iain Cook hat das Album produziert und aufgenommen, zudem ergänzen Jonny Scott (Schlagzeug) und Graeme Smillie (Bass) die Unwinding Hours auf Tour. Kurz: In Glasgow spielt die Musik und die Szene sorgt gleich selber dafür, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Es erklärt vielleicht die nicht enden wollende Kreativität, mit der Schottland im Allgemeinen und Glasgow im Speziellen die Musikszene aufmischt. „No Flags Will Fly“ steigt daraus nicht einfach nur als simples und schönes Indie-Album empor, es ist mehr. Dass man dabei die Freundschaft und Einflüsse des vielfältig talentierten Iain Cook heraushören kann, ist auch den lokalen Schreibenden nicht entgangen. So wird auf glasgowest.com etwa von „a considerable amount of depth“ gesprochen – und das bringt es doch ziemlich einfach aber genau auf den Punkt. Man spürt, dass sich Musiker an diese Songs herangewagt haben, die davon auch etwas verstehen. Nur ein gemeinsames Schicksal teilen solche Bands wohl auch und in diesem Fall hoffentlich nicht: Die eigene Bescheidenheit, die zwar sehr angenehm ist, aber keine Platten verkauft. Wir bleiben trotzdem optimistisch. Hört man sich Songs wie „Knots“, „In This House“ und „Apples & Pears“ an, gibt es auch allen Grund dazu.

Wirklich in die Tiefe ziehen uns aber Schönheiten wie „Rung Down the Curtain“ oder „The Game of the Century“. Besonders im Opener „Father Said“ kommen alle Stärken zum Ausdruck, welche dieses Debüt so unverzichtbar machen. Dazu gehört unbedingt auch die Stimme von Susie Smillie. Sie ist der Mittelpunkt, ohne sich dorthin zu drängen. Selbst wenn das Album kurz einmal hängt („Bricks of Our Building“), überzeugt es insgesamt durch eine innere Entwicklung, die nicht nur klanglich und technisch besticht, sondern eben auch musikalisch. Ein grosses Dankeschön mag da zwar an Iain Cook gehen, der macht aber sicher nicht nur aus Freundschaft mit. Von den Olympic Swimmers werden wir bald mehr hören und nein, mit Sport haben die nichts am Hut. Das hat Susie Smillie bereits klar gemacht. Aber unter uns, bei diesem Bandnamen muss man sich über solche Fragen auch nicht wundern. Und sollten sie in Zukunft immer mehr davon beantworten müssen, haben sie sich das selber eingebrockt. Nein wirklich, das hier ist kein Hype. Das hier ist für länger.

Seit 4. Juni 2012 im Handel.