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Morning Runner – Wilderness Is Paradise Now (2006)
Morning Runner – Wilderness Is Paradise Now (2006)

Morning Runner – Wilderness Is Paradise Now (2006)

9.0

Genre: ,
Label: Parlophone

Erstellt am: 05.06.2006
Autor:
Erstellt am: 05.06.2006   Autor:

Neuerscheinungen

The Running Stones

Merk dir dieses Cover gut. Und wenn du es im Laden siehst, nimm dir knapp drei Minuten Zeit „Gone Up In Flames“ zu hören. Mützen und Hüte festhalten!

Morning Runner gehören weder zu den Coldplay-Nachahmern, noch kann man sie wirklich den New Wave-Bands zuordnen. Vielmehr stehen sie in der Tradition der stil- und selbstsicheren britischen Rockbands wie The Rolling Stones oder Oasis. Dies nicht im Hinblick auf das Auftreten oder den Lebensstil der Bandmember, sondern wegen ihres zeitlosen Sounds, die mit einem handwerklichen Minimum den maximalen Effekt erzielt.

Da kommen vier Jungs daher, greifen in Saiten und Tasten, trommeln aufs Trömmelchen und verleihen ihrer unbekümmerten Lust aufs Musizieren eine so erstaunlich präzise Gestalt, als hätten sie nur die Melodien, die da schon ewig im Geiste jedes Hörers hingen, endlich geerntet.

„Wilderness Is Paradise Now“ ist die simpelste aller Möglichkeiten, Musik mit Seele zu schaffen. Keine Soundtüfteleien oder Experimente, absolut ungekünstelte Natürlichkeit, die gespielt wird, wie sie gerade durch den Äther schwebt, unvorhersehbar aber stets nachvollziehbar, eingefangen von Gitarre, Bass, Keyboard und Drums. Die rustikal schönen Songs klingen, als würden Morning Runner für einen dreiminütigen Track genau drei Minuten im Studio verbringen, der Rest ist jammin`. Zum Leben erweckt werden sie durch Matthew Greeners wundervoll rebellisch halbstarkes Stimmorgan mit stilechtem Akzent (asleep = asleip). Erfreulicherweise vergessen die durchschlagskräftigen Tracks die melodiösen Momente ebenso wenig wie die langsamen dennoch einen anständigen Vorwärtstrieb haben. Dass das Ganze am Schluss Rock oder Indie-Rock oder wie auch immer genannt wird, ergibt sich eher zufällig auf der Suche nach Definitionen. Primär ist es energiegeladene Freude an der Musik.

Die Scheibe besitzt vom ersten bis zum letzten Ton eine Selbstverständlichkeit, als brauche man nur über die Gitarre zu streichen und zu singen, was gerade durch die Gedanken fliesst und daraus entstehe automatisch ein guter Song. Eigentlich ein Meisterwerk, eigentlich nur Rock. Eigentlich brillant, eigentlich nur der Nullpunkt des Gradmessers wie Rock klingen sollte. Sehr schlicht und dennoch unbedingt hörenswert.
Seit 28. April 2006 im Handel.

Anspieltipps: Gone Up In Flames, Be All You Want Me To Be, Oceans
Trackliste: 1) It`s Not Like Everyone`s My Friend; 2) Have A Good Time; 3) Gone Up In Flames; 4) Burning Benches; 5) Hold Your Breath; 6) Oceans; 7) The Great Escape; 8) Be All You Want Me To Be; 9) Punching Walls; 10) Work; 11) Best For You
similar artists: The Strokes, Oasis, Editors, Keane, The Departure, The Killers, Bloc Party, Coldplay, The Libertines, Athlete, Franz Ferdinand, a.m.m

Bio:
Obwohl gerade erst aufgetaucht, gelten Morning Runner in England schon als grosse Hoffnung. Immerhin war die Band aus der Kleinstadt Reading schon zusammen mit Coldplay, Bloc Party, Ian Brown u.a. auf Tour. Viele finden gefallen an der Symbiose von Melancholie und griffigem Rock, den Matthew Greener (Vocals, Gitarre), Chris Weatcroft (Klavier), Rom Derrett (Bass) und Ali Clewer (Drums) spielen. Mit dem Produzenten John Cornfield (Supergrass, Athlete) haben die Newcomer auch den idealen Mann gefunden, um ihre an vielen Konzerten erlangte Routine im Studio entsprechend einzufangen, so dass uns ihre emotionale, raue Art für „Wilderness Is Paradise Now“ erhalten geblieben ist.

Diskographie:
> Drawing Shapes (EP/2005)
> Wilderness Is Paradise Now (2006)