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Mayer Hawthorne – A Strange Arrangement

Mayer Hawthorne – A Strange Arrangement

7.0

Genre:
Label: Stones Throw

Erstellt am: 12.09.2009
Autor:
Erstellt am: 12.09.2009   Autor:

Neuerscheinungen

One Top

Mayer Hawthorne überzeugt mit viel Gespür für die amerikanische Musikgeschichte und noch mehr Talent. Oder aber auch: Warum es manchmal in Ordnung ist, nichts Neues zu liefern.
Wenn man es nicht besser wüsste, dürfte man tatsächlich glauben, hier verloren gegangene Aufnahmen einer Motown-Legende zu hören. Ganz ähnlich ging es auch Stones-Throw-Labelchef Peanut Butter Wolf: Als er Hawthornes Demotape zum ersten Mal hörte, wusste er nicht so recht, ob das nun Re-Edits alter Motown-Soul-Songs sein könnten oder tatsächlich neues Material. Wie auch immer, zwei Songs genügten und Mayer Hawthorne hatte den Vertrag bei Amerikas bestem Urban-Label.

Einer der vorgespielten Songs war “Just Ain’t Gonna Work Out“, der ohne grosse Umschwünge zu den besten Soul-Songs dieses Jahrzehnts gezählt werden darf. Der gut dreissigjährige Musiker aus Michigan ahmt dabei trefflich die Temptations nach, auch Al Green scheint nicht mehr weit entfernt. Wenn das Stück läuft, ist man bereits beim dritten Song seines mit nur 34 Minuten Spielzeit reichlich kurz ausgefallenen Debüts angelangt, im Geiste aber nicht ein paar Minuten weiter, sondern  Jahrzehnte in die Vergangenheit zurückversetzt.

“A Strange Arrangement“ hält die Illusion aufrecht. “Make Her Mine“ klingt schwer nach den Four Tops, bei “Your Easy Lovin‘ Ain’t Pleasin‘ Nothin’“ wird der Einsatz von Diana Ross und ihren Supremes jeden Moment erwartet, hinter “Ills“ hätten auch die Impressions stecken können, beim zurückhaltenden Album-Highlight “Shiny&New“ hätte auch Smokey Robinson die Finger im Spiel haben können … bei jedem der Stücke dürfte sich eine klare Inspiration finden lassen.

Kaum Neues also? Ja, was die Klasse des Gebotenen aber nur geringfügig mindert. Die Arrangements und Melodien halten meist mit den grossen Vorbildern mit, Hawthorne spielte hier hingegen ohne Backing Band den Grossteil der Instrumente alleine ein. Im Vergleich zu den Inspirationen wirkt Hawthornes Musik dadurch klar zurückhaltender und reduzierter, was neue Reize bietet, einige Stücke allerdings auch etwas schnell langweilig werden lässt. Beim Gesang machen sich grössere Differenzen bemerkbar: Stimmwundern wie Smokey Robinson hinkt Hawthorne doch noch etwas hinterher. Keine perfektes Spiegelbild also, aber trotzdem oder gerade deswegen sehr echt.

Seit 04. September 2009 im Handel.

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Anspieltipps:
> Just Ain’t Gonna Work Out
> I Wish It Would Rain
> Shiny & New
> Green Eyed Love

Diskographie:
> A Strange Arrangement (2009)

Ähnliche Künstler:
> The Temptations
> Smokey Robinson
> Al Green
> Platinum Pied Pipers
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