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Mastodon – The Hunter
Mastodon – The Hunter

Mastodon – The Hunter

7.5

Genre:
Label: Roadrunner

Erstellt am: 03.10.2011
Autor:
Erstellt am: 03.10.2011   Autor:

Neuerscheinungen

Das Biest, es lebt!

Mastodon entkomplizieren sich. Zugunsten von knackigeren Songs und zulasten von epischeren Höllenritten. „Creature Lives“, konstatieren sie trocken. „Waidmanns Heil!“, sagen wir.

Auf eins geht’s los. Umschweife waren früher. Mastodon jagen von Beginn weg Biester und der Finger sitzt locker am Abzug. Bei dem Hirschochsenwolf auf dem Cover soll auch nicht lange gefackelt werden, obwohl das Biest nicht nur ungezähmt aus den Boxen prescht. In wenigen Momenten glaubt man gar einen Josh Homme auf Metal zu hören. Während „Stargasm“ locker auf dem Vorgänger „Crack the Skye“ untergekommen wäre, legen Mastodon dieses Mal mehr Wert auf den überschaubaren Metalsong und lassen ihre ungeheuer (ha!) grossen technischen Fähigkeiten auch mal im Halfter. Schade nur, dass sie dabei im Verlaufe des Albums etwas nachlassen. Was wie die Feuerwehr losgeht und gerade in „Blasteroid“ herrlich keift, kommt mit der Zeit etwas mehr zur Ruhe und stellt den kampferprobten Hörer bald nicht mehr vor allzu grosse Herausforderungen. Die Hörner werden sozusagen schon am Anfang abgestossen – und ja, all diese Biestmetaphern haben sie selbst zu verantworten. Und ja, das alles passt wunderbar in die Jagdsaison.

Wirklich ein Problem ist dieses Nachlassen aber eigentlich nur selten. Nach einem unglaublichen Metal-Wunderwerk wie „Crack the Skye“ und seinen irren Vorgängern, die jede Verschnaufpause brauchen konnten, ist ein Nachfolgealbum auch nicht gerade leicht. Mastodon lösen diese Aufgabe in dem sie fokussieren. Dass dabei ein Beerdigungssong wie „The Sparrow“ herausschaut, hätte man vor ein paar Jahren zwar auch nicht gedacht, aber genau auf diesen Song werden sich viele einigen können. Vor allem viele, die sonst nicht gerade Metal als ihr Referenzgenre angeben würden. Mastodon machen einen weiteren Schritt auf eine breitere Hörerschaft zu. Wirklich verscheuchen werden sie diese neben „Blasteroid“ wohl nur noch mit „Spectrelight“, das wiederum endgültig davon überzeugt: „The Hunter“ macht richtig Spass, geht runter wie kaum etwas und dass ein Oktopus keine Freunde hat, nun ja, das überrascht keine Sau. Ausser die Band Amplifier vielleicht. Aber das ist jetzt ein Insider – und beinahe Humor? Egal, „The Hunter“ haut rein. Was sonst?

Seit  23. September 2011 im Handel.

Anspieltipps:
> Black Tongue
> Curl of the Burl
> The Sparrow

Diskographie:
> Remission (2002)
> Leviathan (2004)
> Blood Mountain (2006)
> Crack the Skye (2009)
> The Hunter (2011)

Ähnliche Künstler:
> Baroness
> Neurosis
> Bison B.C.