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Mark Ronson and the Business Int’l – Record Collection
Mark Ronson and the Business Int’l – Record Collection

Mark Ronson and the Business Int’l – Record Collection

7.0

Genre: , ,
Label: Columbia

Erstellt am: 07.10.2010
Autor:
Erstellt am: 07.10.2010   Autor:

Neuerscheinungen

Von den Turntables zur Band

Von Hip Hop-Beats über Soul-Bläser bis zu Vintage-Synthies und wieder zurück – Mark Ronson bleibt nicht stehen und kreiert mit “Record Collection“ sein vielseitigstes und spannendstes Album.

Nachdem sich Ronson in den 90ern einen Namen als DJ machte, folgte Anfang letzten Jahrzehnts sein Debüt “Here Comes The Fuzz“ – mehr Rap-Party als Album, mit illustren Gästen, die Bühne gehörte ganz den Eingeladenen, Ronson beschränkte sich auf das Basteln des Beat-Dekors. Auf dem Nachfolger “Version“ zelebrierte er seine Liebe zu dem Soul der 60er und mit Hilfe der grossartigen Dap-Tones verpasste er Stücken von Britney Spears und Coldplay einen geschmacksvollen Anstrich – der Überdruss folgte bei “Version“ aber bald, gross war das erste Vergnügen, doch nur weniges fand auch Monate später noch den Weg raus aus dem Plattenschrank. Sein eigener Plattenschrank diente Ronson nun als grösste Inspiration für sein drittes und ambitioniertestes Album.

Zweifellos ist auf “Record Collection“ interessant zu beobachten, wie der sammelwütige Kenner Sounds aufgreift, die zurzeit auf besonders grausame Weise ihr Charts-Revival feiern und den Begriff “R&B“ schänden. Die allpräsenten Keyboard-Sounds klingen auch bei Ronson oft ziemlich stupide, selbst ein Hochkaräter wie D’Angelo macht sich in deren Gesellschaft lächerlich (“…“). Aber anders als bei vielen R&B-Chartstürmern bewahrt Ronson meist den Soul, die Produktion ist überlegt und natürlich, die gedämpften Beats klingen echt.

So auch im coolen „Bang Bang Bang“ (mit Q-Tip und MDNR), der Vorabsingle, die auf der Insel für Furore sorgte und bis weit nach oben in die Charts rauschte.An den Opener reichen aber nur zwei Stück wirklich heran: Ghostface legt im Synth­-Spaghetti-Western “Lose It In The End“ eine herausragende Performance hin, mit Alex Greenwald (Phantom Planet) ist ein weiterer Altbekannter am Mikro und sorgt im Refrain für noch mehr Drama. Und dann ist da noch das traumhafte “Somebody To Love Me“, in welchem sich Boy George und  Andrew Wyatt  im Duett vereinen. Ganz generell, Ronson machte bei der Auswahl seiner Gäste alles richtig – obwohl es deren vieler sind, klingt “Record Collection“ wie das Werk einer Band – The International Business wohl. Leider auch nach einer Band, die nicht genügend tolle Songs hat, um ein ganzes Album zu füllen.

Seit  24. September 2010 im Handel.

Anspieltipps:

> Lose It (In The End)

> Somebody To Love Me

Diskographie:

> Here Comes The Fuzz (2003)

> Version (2009)

> Record Collection (2010)