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Maps – We Can Create
Maps – We Can Create

Maps – We Can Create

8.0

Genre: ,
Label: Mute

Erstellt am: 02.07.2007
Autor:
Erstellt am: 02.07.2007   Autor:

Neuerscheinungen

Tagträumen

James Chapman wird bereits als neues Elektropopwunderkind aus Britannien hochgejubelt. Geschieht ihm recht.

James Chapman alias Maps ist eine One-man-show aus Northampton, der seine Songs im eigenen Schlafzimmer auf einfachste Weise aufnimmt. Kann ja nicht gut kommen, dachte ich mir, und so denken wohl die meisten. Prompt überzeugt mich der Bursche vom Gegenteil, spielt er doch todfriedlichen Elektropop ohne Ecken und Kanten aber trotzdem mit einem gewissen, vielleicht fliessenden Reiz. Im ersten Moment erscheint das Ganze relativ einfach und vielleicht gar langweilig, je mehr man sich die Platte jedoch antut, desto weniger fällt einem die vorerst aufdringliche Harmlosigkeit auf und man entdeckt Geräusche, Effekte und Spielereien querbeet durchs hörbare Klangspektrum. Dies weckt einerseits die Freude am genauen hinhören und wirkt andererseits äusserst beruhigend, wenn nicht lähmend. Die meist todtraurigen Melodien über elektronischen, unscheinbaren, ahngenehmen Klangteppichen (’Glory Verse’) gehen tatsächlich schwer ans Herz. Natürlich will ich hier nicht predigen, das ganze Album als Anleitung bzw. Wegleitung zu einer depressiven Episode zu verstehen, es beinhaltet auch Stücke, die mit eher lieblichen Klängen, freundlichen Melodien und leicht erhöhten Tempi so was wie Frühlingserwachen oder Glücksgefühle darzustellen vermögen (’To The Sky’). Trotzdem bleibt James Chapman meist auf der gemütlichen Seite des Musikschaffens und singt mit angenehmer, manchmal fraulicher Stimme eingängige Melodien, welche problemlos auch über Indierock gesungen werden könnten. Am meisten Spass machen mir jedoch seine elektronischen Basteleien. Die ständig schwebenden, psychedelischen, vielschichtigen Klänge im Hintergrund, die kreativen, selten aufdringlichen Beats, die unzähligen spannenden Nebengeräusche und die schlauen Stimmungs- und Intensitätswechsel fügen sich zu einem gelungenen Cocktail aus Pop, Elektro und ein paar bewusstseinsverändernden Pilzen. Ein sehr hörbares Album für sorglose Träumer, besorgte Denker, entspannte Spanner, gemütliche Spaziergänger, detailbesessene Schlaflose und vielleicht auch heulende Susen.

Seit 11. Mai 2007 im Handel.