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Magnolia Electric Co. – Josephine
Magnolia Electric Co. – Josephine

Magnolia Electric Co. – Josephine

7.0

Genre: ,
Label: Secretly Canadian

Erstellt am: 15.07.2009
Autor:
Erstellt am: 15.07.2009   Autor:

Neuerscheinungen

Kreistanz

Das neue Album um die Mannen von Jason Molina ist ihrem ehemaligen Tourmitglied, dem Bassisten von Rogue Wave, Evan Farrell,  gewidmet. Die sonst eher spärliche Magnolia-Atmosphäre verdichtet sich und setzt auf viel Gemütlichkeit.

Philippe: Selten hat sich Jason Molina mit neuem Material so viel Zeit gelassen, was aber nach der grossartigen und reichhaltigen „Sojourner“ Box auch nicht verwunderlich war. „Josephine“ wurde erneut von Steve Albini produziert und klingt im ersten Moment mit einem beschwingten Piano beim Opener „O! Grace“ nach noch mehr Country, mehr Band und mehr Beisammensein.

Peter: Beisammensein trifft es gut, „Josephine“ haucht mir diese Lagerfeuer-Romantik ins Ohr, wobei Jason Molina textlich einmal mehr den Eindruck vermittelt, er sitze allein um dieses Lagerfeuer und beschwöre alte Geister herbei. „From Chicago to West Virginia / I’ve been as lonesome as the worlds first ghost“ („O! Grace“). Eine der vielleicht schönsten Liebeserklärungen findet sich in „Shenandoah“, eine wunderbare Ballade über das Shenandoah Valley in West Virginia, welches wohl ziemlich eindrücklich sein muss. „I know you hold a secret of yours or two / Tonight little darling my heart’s with you“.

Philippe: Ich stehe dieser neusten Entwicklung, bei der vor allem Conor Oberst mit dem zweiten (Solo?)Album definitiv den Bogen überspannt hat, kritisch gegenüber. Bei Magnolia Electric Co. wird aber im richtigen Moment eine kantiger Song, wie der Titeltrack einer ist, präsentiert, so dass sich das Geplänkel durchaus positiv  (abgesehen vom seichten „Hope Dies Last“) auf das neue Album auswirkt. Aber: Die Pianotupfer gehören jetzt zum Programm und daran muss man sich erst mal gewöhnen. Meine Favoriten sind neben „Josephine“ das blumige „Whip-Poor-Will“ und das bereits auf der „Sojourner“ Box vorgetragene und hier deutlich optimistischere und gnadenlos sehnsüchtige „Shiloh“.

Peter: „Whip-Poor-Will“ hat bereits nach dem ersten Hördurchgang einen starken Eindruck hinterlassen und ist wahrscheinlich der beste Song auf „Josephine“. Wunderbar wie sich die Slide-Guitar immer wieder zu Wort meldet und Molinas Texte stimmungsmässig perfekt untermalt. Ein Song, der mit seiner traurig schönen Melodie sich sehr schnell warm ans Herz schmiegt. Neben den von dir angesprochenen Lieder finde ich auch „Song For Willie“ nett, der auf mich sehr fröhlich wirkt. Aber es gibt leider doch einige Lieder, die man etwas aus der Mittelmässigkeit vertreiben möchte, wie zum Beispiel das etwas langatmige „KnoxVIIle Girl“.

Philippe: Ich habe das Album auf einer langen Autofahrt gehört, ich habe meine neuen Lautsprecher damit eingeweiht und höre die Platte gerade jetzt. Das neue Material gefällt mir, ich schnippe und singe leise mit. Aber es ist eben nicht das, was ich mir erhofft habe. Die Musik von Jason Molina sollte mich berühren und das macht „Josephine“ nur bedingt.

Peter: Die Erwartungshaltungen an Lieblingsbands sind wohl immer goliathartig. Auch ich bin ein wenig enttäuscht von „Josephine“, doch trotz einigen Songs, die etwas geisterhaft an mir vorbeiziehen, finde ich auch auf hier die gewohnte Wärme wieder. „As long as there are sundowns / There will always be the west“ („Song for Willie“). Wenn auch der Sonnenuntergang schon wärmer anmutete und ich etwas lauwarm im Schatten sitze.

Seit  17. Juli 2009 im Handel.

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Anspieltipps:
> Josephine
> Whip-Poor-Will
> Song for Willie

Diskographie:
> Trials & Errors (2005)
> What Comes After the Blues (2005)
> Fading Trails (2006)
> Sojourner (2007)
> Josephine (2009)

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