Exit Music
M. Ward – Hold Time
M. Ward – Hold Time

M. Ward – Hold Time

8.5

Genre: , ,
Label: Merge

Erstellt am: 03.03.2009
Autor:
Erstellt am: 03.03.2009   Autor:

Neuerscheinungen

Let’s rave on!

Matt Ward hält kurz inne. „Hold Time“ ist das sechste Album des Singer/Songwriters aus Kalifornien. 

Nachdem das Ende der Amnesie zur Transfiguration Vincents geführt hatte, auf der ein Duett für zwei Gitarren (zum wiederholten Male) folgte, welches seinen Weg über ein „Transistor“ Radio in die Ohren der Musikbegierigen zu finden wusste, entschloss sich M. Ward in der Nachkriegszeit erst mal für einen kleinen musikalischen Ausflug mit „Ihr“, bevor er sich wieder sammeln konnte um nichts Geringeres zu tun als die Zeit anzuhalten.

Ganz im Sinne der absoluten Beginner unter den Hörern entschliesst sich Ward auf diesem, seinem neusten Streich, die Qualität seiner Musik nicht herabzusetzen.  Dies hat zur Folge, dass er uns nicht wirklich mit etwas Neuem überrascht, was ihm jedoch keineswegs vorzuwerfen ist. Spätestens seit dem fabelhaften „Post-War“ sollte M. Ward als Markenzeichen für grossartige Singer/Songwriter-Musik stehen.

Singer/Songwriter …. runzelt sich jetzt vielleicht der eine oder andere die Stirn. Von den Gesellen und Gesellinnen haben wir mittlerweile eine Auswahl wie Sand am Meer und jedes Körnchen hat so seine eigene Fangemeinde, die darauf schwört, dass es keinen schöneren Strand gibt als denjenigen, wo ihr Sandkörnchen am Musizieren ist.

Nun kann man hier gerne die Frage in den Raum werfen, ob sich der Rezensent die Freiheit nehmen darf, um den Musikinteressenten an den Strand zu locken, wo die locker flockigen Klänge von „Hold Time“ durch die Lüfte schweben. Skeptiker dürften allerdings nicht lange währen, da sie sogleich mit den vielversprechenden Worten „When you’re absolute beginners, it’s a panoramic view“ vom Meister höchstpersönlich in das vorliegende Werk eingeführt werden. Was auf kurze und prägnante Weise diese vertonte Odyssee versinnbildlicht, sollte allerdings bald in Vergessenheit geraten, wenn man sich von der Musik selbst tragen lässt.

Rhythmische Akustikgitarren sorgen auf „For Beginners“ für einen butterweichen Einstieg, bei dem man allerdings keinen Platz findet für das gequälte Gejammer von Althippie Folk-Sängern, die sich auf der Gitarre gerne selbst begleiten. Ward intendiert seinen Strand zu beleben und das verdeutlicht er umso mehr auf „Never Had Nobody Like You“, wo er im Rahmen der Singer/Songwriter Musik gehörig drauf los „rockt“. Diese wilderen Klänge wiederholen sich im Verlaufe der Scheibe auch gerne mal wieder (z.B. auf „Epistemology), währenddem er zwischendurch Platz lässt für die eine oder andere spärlichere Nummer.

Wem die kalten Tage langsam auch etwas aufs Gemüt drücken sollten, dürfte sich mit „Hold Time“ bestens auf den Frühling einstimmen können. Damit würde auch nicht viel mehr zu sagen bleiben, als mit „Rave On“ dem Erwachen der Natur entgegen zu träumen.

Seit  17. Februar 2009 im Handel.

Anspieltipps:
> For Beginners
> Rave On
> Epistemology
Diskographie:

> End of Amnesia (2001)
> Transfiguration of Vincent (2003)
> Duet for Guitars #2 (1999/ 2004)
> Transistor Radio (2005)
> Post-War (2006)
> Hold Time (2009)
Ähnliche Künstler:

> Archer Prewitt
> Andrew Bird
> Josh Ritter