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Love A – Irgendwie
Love A – Irgendwie

Love A – Irgendwie

8.0

Genre: ,
Label: Rookie Records

Erstellt am: 24.04.2013
Autor:
Erstellt am: 24.04.2013   Autor:

Neuerscheinungen

Heul doch, Punk!

Drama, Sucht und Leidenschaft. Love A machen Sätze, die auf Punk enden.

Love A kämpfen gegen „Windmühlen“. Das ist nicht bloss das Herzstück, es ist das Herz und wir können mehr als nur raten, wofür es schlägt: „Ich hab’s mit Drama und mit Sucht probiert/ Doch beides reichte nicht aus/ Habe die Guten schlecht zitiert/ Um nicht wieder an die Front zu müssen“. Die Leidenschaft, die Love A aus Trier schon nur in diesen einen Song packen, haut einen schlichtweg aus den Socken. Alleine wegen diesem Lied, alleine wegen diesen Texten muss „Irgendwie“ Gehör bekommen. Und besonders dann, wenn der New Wave durchdrückt, fühlt man sich an die Entwicklung von Maxïmo Park über die beiden ersten Alben hinweg erinnert. „Kopf aus, Musik an!“, wenn nichts mehr geht. Jenseits aller Überschriften lassen Love A Texte, Punk und New Wave wie in einem Crashtest aufeinander prallen und zeigen dem Testleiter dabei den Mittelfinger, den man erst in Zeitlupe richtig erkennt – in der anderen Hand die Wodkaflasche fest umklammert. „Das ist Punk, Cherie!“. Mit gerecht verteiltem Selbstvertrauen lassen sich Love A nicht alles gefallen. Am meisten überzeugt dabei ihre Haltung, das Leben mit Inhalten zu füllen und den Mut zu finden, dafür im Notfall auch auf gewisse Sicherheiten oder vermeintliche Notwendigkeiten zu verzichten. Ansonsten wird oder bleibt man nur „Nutzlos glücklich“.

„Irgendwas an dir erinnert mich an früher/ Als alles Scheisse war, ausser wir!“. Love A wollen dabei nicht mehr unbedingt gewinnen, sie wollen aber umso mehr das Kinn hinhalten und aufrecht stehen. Natürlich könnte man ihnen vorwerfen, dass sie dem Hochmut mit Hochmut begegnen und die ganz ausgefuchsten werden sie als Nörgler bezeichnen, sich dabei aber gleich selber als solche entlarven. Das käme der Band gerade recht. Es stellt sich nicht die Frage nach dem Huhn oder dem Ei, der Mensch war bekanntlich vor seinem Mist da. Und während die Köpfe mittels Web 2.0 zugemüllt werden, leeren wir unseren lieber mit Wodka, suchen „Das Mädchen, das immer „Scheisse“ sagt“ und warten auf eine unverhoffte SMS. Musikalisch füllen die Trierer das alles mit soviel Tempo aus, dass der Aufprall ganz viel Herzblut kostet – und während die Hülle Totalschaden aufweist, bleibt man im Innern fest erschüttert. Wer mit Sehnsucht und Leidenschaft per Du und ebenso bereit ist, sein Kinn hinzuhalten, der kann sich mit „Irgendwie“ ein neues Lebensmotto ins Aufgabenheft schreiben: Es ist in Ordnung, solange man die Guten gut zitiert.

Seit  12. April 2013 im Handel.