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Kruger – Redemption Through Looseness
Kruger – Redemption Through Looseness

Kruger – Redemption Through Looseness

9.0

Genre:
Label: Listenable Records

Erstellt am: 18.05.2007
Autor:
Erstellt am: 18.05.2007   Autor:

Schweizerisches

Lausanne Attacks

Kruger liefern mit „Redemption Through Looseness“ ein überzeugendes Album ab, das man allen Fans von brachialem und interessant arrangiertem Metal uneingeschränkt empfehlen kann.

Keine Gefangenen! „Ammunition Matters“, der erste Song der neuen Kruger donnert vom Fleck weg mit einer Urgewalt durch die Boxen, dass ich mir bezüglich deren Lebenserwartung etwas Sorgen mache. Egal, wäre ich ein Bassreflexrohr, würde ich mein Leben gerne durch eine Doublebass-Attacke von Kruger’s Raph aushauchen.

Der erste Track bietet fast alles, was die Band 2007 auszeichnet: Spannende Songstrukturen, gelungene Breaks und Wechsel, überzeugende instrumentale Umsetzung, aggressive Schreie, fast choral anmutende gesungene Passagen, Druck und Groove.
Kruger klingen insgesamt ziemlich basslastig, der Gitarrensound weckt in mir Erinnerungen an legendäre schwedische Death Metal-Produktionen von Thomas Skogsberg wie Entombed, Dismember, etc., wobei das ganze bei Kruger deutlich differenzierter klingt.
Das Potenzial der zwei Gitarren wird voll ausgenützt, sowohl wenn man den Hörer mit dem vollen Brett beliefert, als auch bei interessanten mehrstimmigen Arrangements wie bei den klassisch metalmässig anmutenden Gitarrenläufen in „Queen Of The Meadow“ oder dem eingängigen „Hummer Vs Pedestrians“. Sehr erfreulich finde ich auch, dass der Bass neben den Gitarren kein Minnendasein fristet, sondern deutlich wahrnehmbar ist und auch Akzente setzt – ein Potenzial, das viele Bands des Genres leider ungenutzt lassen. Bei der Schlagzeugarbeit gibt es ebenfalls nichts zu meckern, druckvoll und variantenreich, bisweilen rhythmisch vertrackt, aber immer auf den Punkt gespielt. Renos Gesang hat einen hohen Wiedererkennungswert, ist aggressiv und hat Power. Bereichernd finde ich die gesungenen, teils mehrstimmigen Passagen, die mit ihrer choralen, fast feierlichen Art besonders den beiden epischen Songs „Crusaders“ und „Holy Fire“ sehr gut zu Gesicht stehen. Beim Durchhören fällt mir als einziger Kritikpunkt auf, dass ich mir manchmal gesanglich etwas mehr Abwechslung wünschte, beispielsweise in „War & Wine“. Dies deshalb, weil sowohl die Tonlage als auch die Gesangsart (viele langgezogene Schreie) wenig variiert wird.

Man hört Kruger ihre Erfahrung an, die musikalische Klasse wird in den Dienst der Songs gesteckt, interessante Rhtythmik mit vielen Tempowechseln gibt es zuhauf und oft sind gerade die Wechsel die Highlights der Tracks. Auch weite Spannungsbögen mit einer grossen Bandbreite an Dynamik wissen die Lausanner zu spielen, so steigert sich „Holy Fire“ von kaum wahrnehmbaren Anschlägen im Mittelteil zu einem mitreissenden Epos, wo die Band alle Register zieht und auch Details wie Pianoklänge im Hintergrund gekonnt integriert werden.
Alles in allem eine saugute Platte aus hiesigen Landen, mit der man der Band nur viel Erfolg wünschen kann.

Seit  30. März 2007 im Handel.

Anspieltipps: Ammunition Matters; Army Of Lovers; Crusaders
Trackliste: 1)Ammunition Matters; 2) Queens Of The Meadow; 3) The Graveyard Party; 4) Hummers Vs Pedestrians; 5) Holy Fire; 6) Army Of Lovers; 7) War & Wine; 8) The Cowboy Song; 9) Crusaders;
similar artists: Tool, Entombed, Isis
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Bio:
Kruger formierten sich im Jahre 2001 in Lausanne aus Mitgliedern der Bands Sludge, Sweet Disease und Rude. Ihr Debut „Built For Speed“ erschien 2002. In der Folge konnte die Band mit namhaften Bands wie Sleepers, Isis und Gojira Live-Erfahrung sammeln. Blaise ersetzte Marko am Bass, da der mit seinen Hauptbands Sludge und Samael ausgelastet war. „Cattle Truck“ wurde mit Fredrik Nordström (Soilwork, Opeth, At The Gates) aufgenommen und erschien 2005 wiederum auf RRRecords. Das Zweitwerk wurde europaweit vertrieben, die Band spielte diverse Shows mit international renommierten Acts wie The Dillinger Escape Plan, Cult of Luna und ausserdem am Fury Fest (F), einem der grössten Festivals im Bereich extremen Metals in Europa.
Für das im Früjahr 2007 veröffentlichte Album „Redemptions Through Looseness“ konnte die Band J. Fehlmann und J. Kovak als Produzenten verpflichten. Aufgenommen wurde erneut in den Lausanner Bellefontaine Studios, für den Mix sorgte Kurt Ballou (Converge) und das Mastering wurde in die fähigen Hände von Alan Douches (Mastodon, Nile) gelegt. Die neun Tracks des dritten Albums sind die bis anhin ausgereifteste Veröffentlichung von Kruger, wo die Einflüsse von Bands wie Entombed, Breach, Isis, Godflesh und Neurosis gekonnt zu einem eigenen brachialen Gesamtsound verschmolzen werden.

Diskographie:
> Built For Speed (2002)
> Cattle Truck (2005)
> Redemption Through Looseness (2007)