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Klaxons – Surfing the Void
Klaxons – Surfing the Void

Klaxons – Surfing the Void

7.5

Genre: , ,
Label: Polydor

Erstellt am: 30.08.2010
Autor:
Erstellt am: 30.08.2010   Autor:

Neuerscheinungen

Science-Fiction im Spagat

Die Klaxons sind in erster Linie eine Popband. Daran mussten sie offenbar erinnert werden. Mercury-Preis hin oder her. Solange sie aber damit einverstanden sind, soll uns das nur recht sein.

Man hatte schon so seine Befürchtungen, nachdem es hiess, die Klaxons hätten für ihr zweites Album einen zu experimentellen Ansatz gewählt – und müssten daher ihr Material überarbeiten. Ross Robinson wurde als neuer Produzent dazu geholt und die Band selber schien sich damit abfinden zu können. Mehr muss man aber nun, da „Surfing the Void“ raus ist, auch nicht mehr dazu sagen. Denn auch wenn eine Nummer wie „Echoes“ wie auf Pop gekämmt, wie die erhoffte tolle Single klingt, muss sie deshalb nicht schlecht sein. Im Gegenteil. Die Klaxons versuchen den Spagat zwischen Chaos und Hits. Das Einzige, was man ihnen dabei vorwerfen könnte: Es ist im Zusammenhang mit dieser Band nicht unbedingt neu. Der Plan B ist so gesehen eher der Bauplan, bei dem man sich schon ein bisschen auskennt, der aber – und das ist die gute Nachricht – trotzdem überzeugt. Auch weil man sich inmitten schräger Refrains („Venusia“) und musikalischen Sezierungen (der Titeltrack) immer wieder die Frage stellt, wie da am Ende überhaupt Pop rauskommen kann.

Sicher sträuben sich einige Momente auch komplett dagegen und so kann man nur erahnen, was sich die Briten zuerst ausgedacht haben, bevor Plattenfirma und sie selber sich zurückpfeifen mussten. „Extra Astronomical“ etwa klingt mehr nach einem Trip zurück, um mit Syd Barrett ein Fass aufzumachen. Die Astronautenkluft für diese Zeitreise haben die vier Jungs, bei denen Steffan Halperin als Drummer nun fix dabei ist, ja schon einmal angezogen. An den Texten will man sich auch gar nicht erst die Finger verbrennen. Im irrwitzigen „Flashover“ meint man visuelle Reizüberflutung herauszuhören („Myriads of silver discs/ The overmind has signaled another lift“) und „Twin Flames“ darf man wohl ohne rot zu werden als Liebeslied bezeichnen – selbstverständlich nicht im klassischen Sinne. Immer wieder wird man auf den Mond geschossen. Und je öfter man sich „Surfing the Void“ anhört, desto mehr gefällt das einem. Dies scheint auch der Schlüssel zu diesem Album zu sein, das sich zwar nicht allzu sehr vom Debüt unterscheidet, trotzdem aber seinen eigenen Kosmos bildet. „Future Memories“ wäre dafür ein runder Abschluss gewesen. Dann aber stossen sie uns wieder vor den Kopf: „Cypher Speed“ zerlegt das Ding hier mit Noise und Wahnsinn, so dass man die Repeattaste erst einmal in Ruhe lässt. Warum auch nicht? Mondlandung geglückt. Besatzung angekommen. „In the chaos of oblivion/ Transformations“. Und dann ein Astronaut mit Katzenkopf auf dem Cover. Alles klar?

Seit  20. August 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Flashover
> Valley of the Calm Trees
> Twin Flames

Diskographie:
> Myths of the Near Future (2007)
> Surfing the Void (2010)

Ähnliche Künstler:
> Shitdisco
> Ghinzu
> Portugal. The Man