Exit Music
k-os – Atlantis: Hymns for Disco
k-os – Atlantis: Hymns for Disco

k-os – Atlantis: Hymns for Disco

8.0

Genre: ,
Label: EMI Music Canada

Erstellt am: 16.02.2007
Autor:
Erstellt am: 16.02.2007   Autor:

Neuerscheinungen

Grenzen? Noch nie gehört.

Das kanadische Hip-Hop-Wunderkind k-os geriet in den letzten Jahren in unseren Breitengraden wieder etwas in Vergessenheit – nach “Atlantis“ sollte dies nun definitiv nicht mehr möglich sein.

Sein erstes Album “Exit“ brachte ihm weltweit begeisterte Kritiken seitens der Musikpresse ein, der Nachfolger “Joyful Rebellion“ mit zahlreichen Hits wie “Crabbuckit“, “Hallelujah“ oder “The Man I Used To Be“ den kommerziellen Erfolg. Und trotzdem war über k-os im letzten Jahr eigentlich so gut wie gar nichts zu hören, im schnelllebigen Musikbusiness schienen sich auch meisterliche Alben wie “Joyful Rebellion“ nicht besonders lange zu halten und k-os geriet unverdienterweise etwas in Vergessenheit. In seiner Heimat Kanada hingegen geniesst er weiterhin den Ruf eines Superstars, heimst Preise aller Art ein und ist auf populären Radio- und Fernsehstationen dauerhaft zu hören – kein Wunder also, wurde der “Atlantis“-Release im vergangenen Herbst in Kanada sehnsüchtig erwartet. Nun kommt Atlantis auch bei uns und sorgt bei manchem Rap-Hörer für einen angenehmen Reminder der Art “Ah, da war doch noch …“.

Der gebürtige Trinidader tut weiterhin, was er liebt, und darüber darf man glücklich sein. Er ignoriert Grenzen und Regeln aller Art und versetzt in ehrfürchtiges Staunen ob scheinbar ungebrochener Kreativität, wie sie dieses Jahr wohl nur selten in gleichem Masse zu bewundern sein wird. Jeder Song ist völlig eigen, man würde nicht zweifeln, behauptete jemand, es handle sich beim vorliegenden Album um eine Compilation und dreizehn verschiedene Acts wären daran beteiligt gewesen. Wahre Grösse beweist k-os nun vor allem dabei, dass auf “Atlantis“ trotzdem alles wunderbar miteinander harmoniert und nicht irgendwie mutwillig zusammengepflastert klingt. Ganz hervorragend sind besonders die Uptempo-Disco-Funk-Bombe “Black Ice: Hymn For Disco“ oder das rockige “Valhalla“, bei dem die kanadischen Indie-Stars Kevin Drew (Broken Social Scene) und Sam Roberts Vocals und Instrumentierung beisteuerten. Der offensichtliche Hit des Albums ist das lockere “CatDiesel“, das mit scharfen Bläsern und wunderbaren Streichern, unwiderstehlich luftigen Drums und besonders auch mit der schönsten Melodie auf “Atlantis“ mein Herz erobert hat. Absolut hörenswert sind auch der oldschoolige Opener, das Elektrodub/Pop-Gemisch bei “Mirror In The Sky“ oder die forsche, an populäre Rock-Acts wie Bloc Party erinnernde Tanznummer “Born To Run“. Auf seinem neusten Album singt k-os zudem deutlich mehr als auf seinen bisherigen Alben, was Hip Hop-Puristen sauer aufstossen dürfte, aber auch egal: Wenn k-os etwa bei der melancholischen Neo-Soul-Nummer “The Rain“ wirklich grossartige Sangeskünste beweist, kann gar nichts anderes als aufrichtige Bewunderung übrig bleiben. Pure Rap-Stücke sind eher eine Seltenheit, aber zumindest bei der bluesigen “Ballad of Noah“ mit Buck65 kommen auch die Heads klar auf ihre Kosten.

Wer “Exit“ und “Joyful Rebellion“ mochte, wird auch “Atlantis: Hymns for Disco“ sofort ins Herz schliessen, 100%ige Garantie darauf – schon jetzt eins der Highlights im Hip Hop-Jahr 2007.

Seit 26. Januar 2006 im Handel.

Anspieltipps: Rain; Equalizer; Valhalla; CatDiesel; Black Ice – Hymn For Disco
Trackliste: 1) Electrik Heat – The Seekwill; 2) The Rain; 3) Flypaper; 4) Equalizer; 5) Sunday morning; 6) Mirror in the sky; 7) Born to run; 8) Valhalla; 9) Catdiesel; 10) Black ice – Hymn for disco; 11) Aquacityboy; 12) Highway 7; 13) Ballad of Noah
similar artists: Common, Outkast, K’Naan

Bio:

Kheaven Brereton, wie k-os mit richtigem Namen heisst, wurde im Februar 1972 geboren und wuchs im kanadischen Toronto, später in Trinidad auf. k-os (wie “Chaos“ ausgesprochen) steht für “knowledge of sell.“ Anfang der 90er-Jahre begann Brereton mit dem Studium an Universitäten in Ottawa und Toronto, 1993 veröffentlichte er zusammen mit Freunden die erste Single „Musical Essence“ – kurz darauf brach er das Studium ab, um sich voll auf die Musik konzentrieren zu können. Nachdem er schon für die erste Single mit einem Award ausgezeichnet wurde, machte er sich an die Arbeit für das geplante Debütalbum. 1996 erschien dann die zweite Single “Rise like the sun“, kurz darauf bot ihm der Plattenriese BMG einen Deal an. Überraschenderweise aber lehnte k-os ab und zog sich gleich ganz aus dem Musikbusiness zurück. Diese ungewöhnliche Vorgehensweise gründete auf Unzufriedenheit mit seiner damaligen Musik, er hätte seinen Stil noch nicht gefunden, meinte k-os damals.

1999 tauchte Brereton wieder in der Musikszene auf und kam schlussendlich bei Capitol Records unter, nun immer “doing stuff really obscure and making music for myself“ im Sinn. 2003 erschien sein erstes Album “Exit“, das zwar in kommerzieller Hinsicht eher floppte, aber von Musikkritikern sehr viel Lob einfuhr – so erhielt k-os für “Exit“ Preise wie Juno Awards oder die Auszeichnung für den “Best International Hip Hop Artist“ bei den Awards des renommierten Source-Magazins. Das folgende Album “Joyful Rebellion“ schlug dann auch verkaufstechnisch ein, sechs Songs davon wurden als Singles ausgekoppelt. Auf diesem Album hielt sich k-os nicht mit Kritik am momentanen Status von Hip Hop zurück, was streckenweise eher negativ aufgenommen wurde – nichtsdestotrotz auch in künstlerischer Hinsicht ein voller Erfolg, der k-os in Kanada zum Star und weltweit zum Darling der Indie-Rap-Gemeinde machte.