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Julie Doiron – I Can Wonder What You Did With Your Day
Julie Doiron – I Can Wonder What You Did With Your Day

Julie Doiron – I Can Wonder What You Did With Your Day

8.5

Genre:
Label: Jagjaguwar

Erstellt am: 27.05.2009
Autor:
Erstellt am: 27.05.2009   Autor:

Neuerscheinungen

Where quantity isn’t job #1

„If I were your paper/ You could read me like a book“. Eine Textzeile, mit der Julie Doiron gleich selbst eine fette Eselsbrücke für ihr Gesamtwerk schlägt.

Die talentierte Frau aus New Brunswick, Kanada, griff 1996 nach dem Ende von Eric’s Trip, bei denen sie Bass spielte, selbst zur Gitarre und veröffentlicht seitdem Platte um Platte. Die ganz grosse Stärke ihrer Songs liegt in der Einfachheit, mit der sie vorgetragen werden. Immer wieder erzählt sie kleine, feine Geschichten, eingepackt in minimalistisch schönen Songstrukturen.

Ihr neues Werk „I Can Wonder What You Did With Your Day“ überzeugt vor allem durch die durchwegs optimistische und fröhliche Grundstimmung, die die zwölf Songs durchstreift. Es scheint so, als hätte sie, nach ein paar eher grüblerisch, melancholisch angehauchten Platten, in denen sie uns einige traurige Seiten aus ihrem Buch vorlas, rechtzeitig für ihr neues Album, den Buntstift wieder gefunden.

Es sind wahrlich einfache, fern jeglicher Komplexität, stehende Bilder, die beim Zuhören entstehen. Da sitzt sie also zuhause und denkt an eine geliebte Person („Nice To Come Home“), macht sich Gedanken über die schönen Geschichten, die uns „The Life of Dreams“ erzählen, bis hin zum perfekten Tag in „Glad to Be Alive“. Drei Songs, die zusammen in nur fünf Minuten einen ganz eigenen Charme versprühen…

Zusammen mit Rick White am Bass (Produzent des letzten Albums und ehemaliges Bandmitglied bei „Eric’s Trip) und Fred Squire an den Trommeln (verantwortlich für die zwei Songs „Spill Yer Lungs“ und „Blue“) lässt es Julie Doiron auf ihrem neuen Album endlich auch wieder richtig krachen. Manchmal verzerrte, aber vor allem schöne Gitarrenparts untermalen dieses Album gar mit noisig, rockigen Stellen.

„Blue“, das klar melancholischste Stück („I decided long ago never to laugh again…never to cry again), hat sogar ein gewisses Hit-Potential, mit der klaren Stimme von Julie und den wunderschönen Gitarren-Parts. „Borrowed Minivans“ erinnert stark an das letzte Album und „Consolation Prize“ könnte auch von irgendeiner angesagten Indie-Rock Band sein. Lediglich das einzige französische Stück auf dem Album „Je Le Savais“ fällt ein bisschen ab und klingt durch den einmaligen Keyboard-Einsatz etwas nervig, oder um beim Optimismus zu bleiben: Experimentell.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde Spielzeit endet das Album einmal mehr viel zu früh, doch zum Glück kann man es sich immer wieder anhören und sich von diesen bescheidenen, kleinen Songs verzaubern lassen. Ein Zauber, der sich durch all ihre Alben zieht und der irgendwie schwer in Worte zu fassen ist. Julie Doirons Eselsbrücke dazu würde sich wohl am ehesten auf ihrem ersten Album „Broken Girl“ finden: „Beautiful“!

Seit  24. März 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Spill Yer Lungs
> Nice to Come Home
> Blue

Diskographie:
> Broken Girl (1996)
> Loneliest in the Morning (1997)
> Julie Doiron And The Wooden Stars (2000)
> Heart and Crime (2001)
> Desormais (2001)
> Goodnight Nobody (2004)
> Woke Myself Up (2007)
> I Can Wonder What You Did With Your Day (2009)

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