Exit Music
Jack White – Blunderbuss
Jack White – Blunderbuss

Jack White – Blunderbuss

9.0

Genre: ,
Label: Third Man

Erstellt am: 07.09.2012
Autor:
Erstellt am: 07.09.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Espingole

Espingole ist die deutsche Übersetzung des wunderschönen englischen Wortes „Blunderbuss“. Ein Synonym dafür wäre „Donnerbüchse“. Kurz: Blunderbuss ist eine Feuerwaffe.

„Blunderbuss“ ist auch der Name Jack Whites Debütalbums auf Alleingang. Der alte Hase des Blues-, Folk- und Country-Rock beschloss nun nach seiner Zeit mit den legendären White Stripes, Raconteurs und Dead Weather ein eigenes Album zu schreiben, aufzunehmen und zu produzieren. Die dreizehn Songs – fünfzehn, falls man die CD in Japan erwirbt (darunter das fantastische „Machine Gun Silhouette“) – habe er in einem Zug geschrieben, alleine. Genau deswegen wolle er sie nicht mit einer der Bands teilen. Trotzdem findet man auf „Blunderbuss“ nicht weniger als 18 Mitspieler: Von Kontrabass über Klarinette und Violine zu etlichen Begleitsängern. Auch live wird Herr White gut umgeben: Eine ausschliesslich weibliche, The Peacocks (Die Pfauen), und eine exklusiv männliche Band, The Buzzards (Die Bussarde), begleiten ihn während seinen Liveshows.

Auf dem Album übernimmt Jack White mehr als nur die Sängerposition: Er spielt Gitarre und Bassgitarre, Klavier und Schlagzeug. Das Album zeigt viele seiner Facetten, ohne zusammenhangslos zu wirken. Auch vom Songtext her lässt uns Herr White relativ nahe an sich ran, ohne zuviel preiszugeben. „Take Me With You When You Go“ und „Missing Pieces“ scheinen beide von romantischen Trennungen zu sprechen, während er auf „I Guess I Should Go to Sleep“ einfach nur erklärt, was schon im Titel klar wird: Dass er müde ist und schlafen gehen sollte.

Nur ein Lied kommt nicht aus Whites Feder: „I’m Shakin“ ist eine Coverversion Rudy Toombs Rythm’n’Blues-Songs, welches in den 50ern von Little Willie John gesungen wurde. White bleibt dem Original treu, er fügt dem Lied nur Händeklatschen und weibliche Backvocals zu – und es passt zu ihm wie angegossen.
„Blunderbuss“ ist ein Bluesalbum, seinen Traditionen sehr bewusst. „Hip (Eponymous) Poor Boy“ (welches gewollt wie „hippopotamus“ klingt) kommt fast vaudevillesk daher, mit einem Pianospiel, welches man in einem Filmsaloon antreffen könnte. Auf dem Opener „Missing Pieces“ spielt White ein Rhodes Piano, ein elektromechanisches Klavier, welches in den 50ern als tragbarer Klavierersatz gedacht war und einen bemerkenswerten weichen Ton von sich gibt. „Blunderbuss“ bleibt durch und durch in einer amerikanischen Vergangenheit verankert, welche zwischen Country und Blues schwebt. Wunderschöne Klavierkaskaden, verspielte Gitarrensoli und flehende Violinenklänge stehen dabei im Mittelpunkt.

Aber „Blunderbuss“ ist keineswegs angestaubt und auch der Rockaspekt bleibt bestimmt nicht unberührt: „Sixteen Saltines“ zum Beispiel präsentiert ein elektrisches Gitarrenspektakel, wie man es von einem Jack White erwarten würde. „Blunderbuss“ schmerzt an den richtigen Stellen, es ist intensiv und hat die seltene Gabe, Gänsehaut zu verleihen.

Seit  20. April 2012 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:

> Blunderbuss
> Missing Pieces

Diskographie:
> Blunderbuss (2012)

Ähnliche Künstler:

> The White Stripes
> The Raconteurs
> The Dead Weather
> The Black Keys /h5