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Jack Johnson – In Between Dreams (2005) (Brushfire Records/Universal Music)

Jack Johnson – In Between Dreams (2005) (Brushfire Records/Universal Music)

Erstellt am: 01.04.2005
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Erstellt am: 01.04.2005   Autor:

Neuerscheinungen

Aloha

Der Surfcrack und Sunnyboy Jack Johnson sorgt mit seinem neuen Album dafür, dass auch in weniger sonnenverwöhnten Regionen residierende Menschen in den Genuss einer Sonnenunter- gangsstimmung auf Hawaii kommen. Da kann man auch grosszügig über einige Schwachstellen hinwegsehen.

Schon nach den ersten Akkorden von "In Between Dreams" wird klar: Auf Jack Johnsons neuem Album gelten dieselben Grundsätze wie auf seinen ersten beiden Werken. Akustische Gitarren und luftig-lockere Melodien dominieren das Gesamtbild, die unaufdringlichen Beats schaffen eine relaxte Atmosphäre und Johnsons Gesang besticht wiederum durch seine Ungezwungenheit und eigenwillige Phrasierung. Auch auf diesem Album sind sich die Songs zum Verwechseln ähnlich, sodass man am Ende gut und gerne das Gefühl hat, soeben ein einziges, langes und herzerwärmendes Stück Musik gehört zu haben.
Viel Altbewährtes und wenig Neues bietet der Hawaiianer also auf seinem neuen Album. Was jedoch auffällt, ist die sorgfältigere und experimentierfreudigere Instrumentierung der Songs. Im Vordergrund stehen zwar immer noch die akustische Gitarre und Jack Johnsons Gesang, das Ganze wird aber aufgefrischt durch den gelegentlichen Einsatz des Pianos und längere, rein instrumentelle Parts. Das bringt den Zuhörer in den Genuss von wunderschönen Gitarrenintros und -soli, zum Beispiel in "No Other Way", ein Song, der neben Johnsons Gitarrenspiel vor allem durch seinen chilligen Groove überzeugt, der Drummer Adam Topol und Bassist Merlo Podlewski zu verdanken ist. Ebenso verhält es sich mit "Breakdown", dessen sorgenloser Surferstyle zum Träumen von fernen, sonnenüberfluteten Palmenstränden verleitet. "Belle" dagegen überrascht mit für Johnson ungewöhnlichem Einsatz des Akkordeons und Gesang in Spanisch und Französisch. Jack Johnsons Gespür für Melodie verdeutlicht "Constellations", das den Zuhörer sofort zum Mitsummen verleitet und ein wohliges Gefühl im Bauch hinterlässt. Obwohl jeder Song des Albums eigene Stärken aufweist, besitzt nur die erste Singleauskopplung "Sitting, Waiting, Wishing" echtes Hitpotential. Mit seinem Refrain vermag der Song die typische, nostalgische Stimmung zu vermitteln, die das bisherige Schaffen des Singer/Songwriters auszeichnet.
"In Between Dreams" ist mit seinen unaufdringlichen Beats, der ruhigen, akustischen Instrumentierung und den hübschen, aber seichten Lyrics erstklassige Hintergrundmusik, die bei gelegentlichem, näherem Hinhören jedes Mal verzückt. Wem Jack Johnsons vorherige Alben gefallen haben, den wird auch "In Between Dreams" nicht enttäuschen.
(Einen Bonuspunkt gibt es für die Mitgliedschaft bei "One Percent For The Planet" – ein Prozent vom Erlös des Albums wird an Umweltschutzorganisationen gespendet. )

Seit 28. Februar 2005 im Handel.

Anspieltipps: Sitting Waiting Wishing, Breakdown, Constellations
similar artists: Donavon Frankenreiter, Ben Harper

⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb

Bio:

Jack Johnson wurde 1975 auf Oahu, Hawaii als Sohn eines inselweit berühmten Surfers geboren. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm, und so lernte und liebte Jack Johnson das Surfen schon von Kindsbeinen an. Im zarten Alter von 17 Jahren machte er mit seinen Surfkünsten Quicksilver auf sich aufmerksam und konnte sie als Sponsor für sich gewinnen. Kurz darauf beendete ein schwerer Unfall jedoch seine Profikarriere und er wandte sich stattdessen seinen beiden anderen Leidenschaften zu: Filme drehen und Musik machen. Für seine beiden Surffilme "Thicker Than Water" (1999) und "The September Sessions" (2000), zu denen er den Soundtrack beisteuerte, erntete er viel Lob, letzterer gewann den Surfer Magazine Poll Award für den besten Film des Jahres 2000. Als ihm dann eines Tages G. Love vorgestellt wurde und dieser mit ihm den Song "Rodeo Clowns" für sein Album "Philadelphonic" aufnahm, kam Jack Johnsons Karriere als Singer/Songwriter ins Rollen. Seine four-track Demo machte Ben Harpers Produzent J.P. Plunier auf das junge Talent aufmerksam, der Jacks Debütalbum "Brushfire Fairytales" (2002) produzierte, das mit einem Gastauftritt von Mr. Ben Harper himself mit seiner Steel Guitar ausgestattet ist. Jack Johnsons Zweitling "On And On" (2003), den der gleiche sorgenfreie Aloha-Spirit auszeichnet wie sein Vorgänger, bewies, dass auch das Rockstar-Dasein diesem Insel-Sprössling nichts anhaben konnte. Auf seinem neusten Album "In Between Dreams" haben wiederum Adam Topol als Perkussionist und Merlo Podlewski am Bass zusammen mit Jack Johnson musiziert.


Diskographie:
⇒ Brushfire Fairytales (2002)
⇒ On And On (2003)
⇒ In Between Dreams (2005)

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