Exit Music
Iroha – Shepherds & Angels
Iroha – Shepherds & Angels

Iroha – Shepherds & Angels

7.5

Genre: , , ,
Label: Denovali

Erstellt am: 12.02.2013
Autor:
Erstellt am: 12.02.2013   Autor:

Neuerscheinungen

Nebelmusik

In der Welt dieser beeindruckenden Band gibt es kein Schwarz und Weiss, aber eine aussergewöhnlich schöne Auslegung von Grau. Iroha beackern ihre musikalische Fläche völlig auf sich allein gestellt.Der erste Ton, der nicht nur auf tiefsten Frequenzen hörbar ist, lässt eine Weile auf sich warten und täuscht einen dröhnenden Alptraum vor, doch hinter dem warmen Schleier treten wunderschöne Gitarrenläufe hervor, die bei ihrer traumwandlerisch gelungenen Entfaltung für die schönsten Momente in “The Greatest Healer” verantwortlich sind.. Dominic Cranes Gesang ist, markant und mit Hilfe einer üppigen Palette von Effekten bearbeitet, teilweise wie eine positivere Version von Trent Reznor, ohne natürlich dessen grossartiges Ächzen, Kreischen und Flüstern zu verwenden, es ist eher der Grundtenor, der vergleichbar ist.

Dieser Sound zieht sich durch alle sieben Songs. Alle haben eine auf Wiederholung bedachte Struktur und wuchtige Monumentalität gemein, allerdings gibt es Ausflüge nach oben und unten auf der Härteskala. “You Reap What You Sow” ist eigentlich ein Pop-Song, der – einmal durch die Doom-Brühe gezogen – völlig andere Konturen entwickelt, und das Titelstück setzt sich federleicht im Hochzeitsschleier auf die nächstbeste Blumenwiese, Sonnenuntergangslyrik inklusive: „Just like the endless days of summertime / I will always remember / Shepherds and angels and butterflies”
Ganz anders präsentiert sich dann “Home Is Where the Heart Is” als Kreuzung aus Doom Metal und Dream Pop, ein seltsam massives und gleichzeitig narkoleptisches Erlebnis. Noch beeindruckender macht das vor allem das fantastische “Denial”, eine Kollaboration mit Pyramids, die man auch auf dem letzten Crippled Black Phoenix-Album hätte unterbringen können und damit auch dem sowieso schon reichen Fundus an Stilrichtungen progressiven Doom Rock hinzufügt.

Musikalisch ist das am leichtesten noch mit einer Verbindung aus dem repetitiven Grusel der Industrial-Ekelpakete Nine Inch Nails, der endzeitlichen Melancholie der finalen Woods Of Ypres-Meisterwerke und der angenehmen Vernebelung durch Dream Pop a la Beach House oder My Bloody Valentine zu beschreiben. Man könnte auch sagen, dass Iroha – analog zum beeindruckend schönen Cover – eher Bildhauer, als Maler sind, sie arbeiten weniger mit Farben als mit Umrissen, Konturen und Materialien, die Form ist das, was am Ende entscheidet, und sie ist opulent und einschüchternd.  Nicht, dass Metalgaze oder wie man es auch immer nennen mag, etwas neues ist, aber “Shepherds & Angels” ist vollkommen innovativ in dem Sinne, dass man es weder hart noch leicht, weder melancholisch noch verträumt oder positiv nennen kann – Musik in die man hineininterpretieren kann, was man möchte. Der Autor belässt es daher mit der Attestierung hoher Kreativität und einem Gefühl der Überwältigung.

Seit 30. Oktober 2012 im Handel.

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Anspieltipps:

> The Greatest Healer
> Denial

Diskographie:
> Iroha (2010)
> Shepherds & Angels (2012)

Ähnliche Künstler:
> Jesu
> Om
> Woods Of Ypres
> Nine Inch Nails