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Instrument – Olympus Mons
Instrument – Olympus Mons

Instrument – Olympus Mons

7.0

Genre: ,
Label: The Instrument Village

Erstellt am: 31.12.2012
Autor:
Erstellt am: 31.12.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Geradeaus

Wen allzu unübersichtlicher Aufbau und prätentiöse Songlängen sonst vor Postrock abgeschreckt haben, der wird mit Instruments straighter Auslegung dieser Spielart seine helle Freude haben.

Am Anfang entsteht aus der spannungsreichsten Atmosphäre des Titelstückes, die einige Male von kurzen Schlagzeugsalven zersenst wird, ein ziemlicher Brecher. Postrock betonen Instrument fürs erste auf der zweiten Silbe und das steht ihnen ausserordentlich gut. Der Song wächst eher in die Länge als in die Breite, was sogar mehr ein Symptom für die Vorsilbe „Prog“ darstellt. Die mindestens genau so dynamische Single-Auskopplung „Picks & Chips“ ist dann aber deutlich konventioneller, reitet auf einem aufgeregten Pattern herum und zieht weisses Rauschen hinter sich her. Mogwais jüngere, aufgeräumtere Alben lassen grüssen.

Wenn bisher noch der Bandname Programm war, trauen sich die Bayern in „First Tooth Dead“ zum ersten Mal an Gesang. Der ist zwar nicht spektakulär, aber wird immerhin so gut in Szene gesetzt, dass man sich mit dem Gedanken weiterhin anfreunden könnte. Wirkliche Spannungsbögen vermögen Instrument noch nicht zu zeichnen, sie spielen ihren Rock eher etwas herkömmlicher, aber gerade die angriffslustigeren Songs haben eine logisch erscheinende Komplexität. Auf der anderen Seite sind die teilweise angeschnittenen Ambient-Postrock-Bereiche zwar hübsch anzuhören, aber mehr als jammende Füller sind „Centennial Light“ oder „The End“ nicht. Vor letzteres stellt sich auf „Olympus Mons“ noch „Sunday Best“ in den Weg, und das ziemlich passend. Die zaghaften Gitarren-Töne am Anfang münden in ein breitwändiges Finale. Wenn Instrument den Berg der Götter akustisch erklimmen wollten, haben sie es am ehesten hiermit getan. Darauf folgt dann natürlich noch der bereits erwähnte Epilog. Streicher, langsame Rythmen und Synthie-Flächen, die einen beinahe in die isländische Welt der Langsamkeit von Sigur Rós transportieren – ein wenig Klischee muss wohl erlaubt sein.

Seit  17. August 2012 im Handel.

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Anspieltipps:

> Picks & Chips

Diskographie:
> Instrument (2010)
> Olympus Mons (2012)

Ähnliche Künstler:
> Mogwai
> Maserati

> The Pineapple Thief