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Infadels – We Are Not The Infadels (2006)
Infadels – We Are Not The Infadels (2006)

Infadels – We Are Not The Infadels (2006)

8.5

Genre: , ,
Label: Wall Of Sound

Erstellt am: 23.01.2006
Autor:
Erstellt am: 23.01.2006   Autor:

Neuerscheinungen

Genre: Elektrorock-, pop
Label: Wall Of Sound
CH-Vertrieb: Musikvertrieb
Unsere Wertung: 


Der heisseste Scheiss
Eigentlich müsste diese Londoner Band korrekterweise Infidels heissen – die Ungläubigen. Aber sie nennen sich Infadels. Ein bisschen ungläubig bleibt man ob dieses geistreichen Meisterstreichs trotzdem.

Dear me… Welch’ neuster heissester Scheiss uns da wieder aus London erreicht hat! Eine fünfköpfige Dance-Rock-Formation, die macht, was sie will: Den eigenen Bandnamen falsch schreiben („Schliesslich haben’s die Beatles auch gemacht!“), sich wahlweise und in bester tongue-in-cheek-Manier mit oder ohne dem alles sagenden, Hype versprechenden THE ankündigen („We Are NOT THE Infadels“), Retro für passé erklären und doch unglaublich Retro sein usw. usf. Zu aller Narrenfreiheit bringen die fünf feschen Lads aus Hackney (siehe grossartiges Bandfoto) noch – man will’s ihnen nicht verübeln, nein, nein – die wohl tollste, mitreissendste, ja – pardon – geilste je goutierte Tanzflächen füllende Elektro-Rock-Funk-Fusion hervor. Dabei vereint man mit genauso unverschämter Selbstverständlichkeit unzählige Einflüsse, die von Talking Heads, Happy Mondays, Gang Of Four und Primal Scream über Chikinki und Kaiser Chiefs bis hin zu Prince und LCD Soundsystem reichen und verschmelzt etwa Acid-House-Beats mit elektronischen Spielereien, Funk-Einschlägen und straightem Rock’n’Roll („Can’t Get Enough“) oder lässt elegante Keyboard- und Synthieklänge neben sanften Beats und so richtig groovendem Bass aufspielen („Sunday“). Ruhig bleibt’s dabei selten, vielmehr bietet man der geneigten Zuhörerschaft ein rotzig-frisches Musik-Tanz-Spektakel der Extraklasse. Über die Natur der eigenen Musik und der Rollenverteilung innerhalb der Band lässt man verlauten: „The little guy screams, the thin guy smashes his guitar, the stocky fella stomps around swinging his bass above his head, the hairy one jumps about four foot in the air and lands on his keyboard and the really tall one smashes the drums so hard the others are all deaf.  Electronic rock and roll…“ Ita vero! Und wie das Spass macht! „I said a can’t get enufffffffff!“, singt Frontmann Bnann und wir stimmen zu, klatschen in die Hände, schwingen das Tanzbein, grölen mit, jubeln, freuen uns über diesen Ohrenschmaus. Jede Melodie ein Ohrwurm, jeder Song ein Hit, ein Knaller, der die brennende Tanzfläche einem Feuerwerk gleich bunt aufglitzern lässt. Der Körper zuckt unaufhörlich, man tanzt sich durch die Nacht, durch den Tag, durch das Leben, die Sorgen und fühlt sich – einfach nur gut.
„We Are Not The Infadels“ ist eine qualitativ überaus hochwertige Platte sowohl für Körper als auch Geist und strahlt ungemein viel Lebensfreude, Spass und Leichtigkeit aus – ohne dabei aber das Eindringliche zu vernachlässigen. Dem Coldcut-Rezensenten kann also bedenkenlos beigepflichtet werden: Das musikalische Jahr 2006 hat grandios begonnen!

Ab 27. Januar 2006 im Handel.

Anspieltipps: Love Like Semtex; Topboy; Jagger 67; Murder That Sound (eigentlich alle)
Trackliste: 1) Love Like Semtex; 2) Can’t Get Enough; 3) Topboy; 4) Girl That Speaks No Words; 5) Jagger 67; 6) 1’20’’ ; 7) Murder That Sound; 8) Reality TV; 9) Give Yourself To Me; 10) Sunday; 11) Stories From The Bar
similar artists: Kaiser Chiefs, Chikinki, Soulwax, Hard-Fi, The Faint, The Caesars, The Charlatans, LCD Soundsystem, Talking Heads, Happy Mondays, Primal Scream

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Infadels ist eine 5-köpfige Dance-Rock-Formation aus Hackney/London, die aus den Bandmembers Bnann (Vocals), Matt (Gitarre), Al (Drums), Richie (Keyboards, Perkussion) und Wag (Bass) besteht. Ursprünglich nannten sich die fünf Jungs Balboa und widmeten sich dem Electroclash. Die Band wurde 2002 jedoch aus Gründen des mangelnden Erfolgs und Streitigkeiten aufgelöst. 2003 treffen sich die ehemaligen Bandmitglieder wieder – nun nennen sie sich fortan Infidels – und nehmen ihren seit der Auflösung ersten gemeinsamen Song auf. Da kein Label die Jungs signen will, gründen sie kurzerhand Deat At Thirty Records. Der erste Gig der Band ist ein voller Erfolg und auch die erste Single „Leave Your Body“ kommt bei der Presse gut an und wird vom legendären John Peel in seiner Radioshow gespielt. 2004 wird die Band an einer Veranstaltung vom Wall Of Sound-Label entdeckt und gesignt. Weitere Auftritte folgen und das Debütalbum „We Are Not The Infadels“ wird aufgenommen, das Ende Januar 2006 erscheint. Über ihre musikalischen Einflüsse sagt die Band selber: „Everything from Charlie Mingus to We’ve Got A Fuzzbox And We’re Gonna Use It.“


Diskographie:
> Leave Your Body EP (2003)
> We Are Not The Infadels (2006)

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