Exit Music
Grizzly Bear – Yellow House
Grizzly Bear – Yellow House

Grizzly Bear – Yellow House

9.0

Genre: , ,
Label: Warp Records

Erstellt am: 23.10.2006
Autor:
Erstellt am: 23.10.2006   Autor:

Neuerscheinungen

Träume, die vorbeiziehen

Grizzly Bear schenken uns mit dem anspruchsvollen “Yellow House“ so ziemlich sicher eins der originellsten und besten Alben dieses Jahres.

Wenn sich “Yellow House“ in der Anlage dreht und die wunderbare Klangmischung aus Experiment, Betörung, Impulsivität, Bombast und Intimität augenblicklich vom Hörer Besitz ergreift, dann wägt man sich im Traum und ja, Grizzly Bear gelingt es, in höchstem Masse verlockende, ja eigentlich unwiderstehliche Traumwelten herbeizuzaubern, in denen man nur Wärme und Liebe atmet, wohlige Schauer und Seufzer verspürt und in jene man zum himmlisch schönen Chorgesang und Flötenzauber tiefer und tiefer eintaucht . Und sich dort einfach nur behaglich fühlt. “Entrückt“ ist das Wort, welches die Schönheit von Songs wie “Easier“ am trefflichsten beschreibt. Glockenspiel, Banjo, Flöten, Piano, Gitarre, Streicher, ganz sanfte und passend platzierte Elektronik, manchmal etwas forschere Perkussion und ebenjener wunderbare, oft mehrstimmige Gesang machen die gut 50 Minuten im gelben Haus zu einem bislang unerlebten Vergnügen und Übersongs wie “Easier“, das fordernde “Lullabye“, den traurigen und dennoch hinreissenden Walzer “Marla“ oder das überwältigende “On A Neck, On A Spit“ mit zum Besten, was es dieses Jahr neu zu hören gibt.

Aufgenommen wurden die zehn Songs im Haus der Mutter von Sänger Edward Droste, und auch wenn man “Yellow House“ ruhigen Gewissens dem Lo-Fi zuordnen darf, im direkten Vergleich zum doch eher dilettantisch aufgenommenen aber nichtsdestotrotz faszinierendem Debüt “Horn of Plenty“ haben Grizzly Bear diesbezüglich Meilensprünge hinter sich. Die typische Atmosphäre solcher Aufnahme aber blieb vorhanden. Passende Genre-Bezeichnungen zu finden ist eher schwierig, die Bären liessen sich gleichermassen von klassischem Psychedelic- und Post Rock, abstrakter Elektronik, Filmmusik, Avant Garde-Jazz, alternativem Folk und Country und östlicher Folklore beeinflussen, das Erzeugnis ist und bleibt aber einzigartig.
Manchmal wünscht man sich, dass Träume nicht aufhören und so ist das auch bei “Yellow House“ … auf Repeat wird reflexartig gedrückt, garantiert!

Seit 1. September 2006 im Handel.

Anspieltipps: Easier; Marla
Trackliste: 1) Easier; 2) Lullabye; 3) Knife; 4) Central and remote; 5) Little brother; 6) Plans; 7) Marla; 8) On a neck, on a spit; 9) Reprise; 10) Colorado
similar artists: Mercury Rev, Animal Collective, Modest Mouse, Sufjan Stevens

Bio:
Grizzly Bear kommen aus Brooklyn, NY und bestehen aus Edward Droste, Christopher Bear, Chris Taylor und Daniel Rossen. Droste aus Boston und Bear aus Chicago, beides Multi-Instrumentalisten, teilten die Vorliebe fürs Experimentelle, entschlossen sich “Grizzly Bear“ zu gründen und mit ersten Aufnahmen zu beginnen. Durch Home-Recording entstand “Horn of Plenty“, das erst eigentlich nur als Geschenk für Freunde gedacht war. Irgendwie, wie auch immer, zogen die beiden mit diesen Songs die Aufmerksamkeit der New Yorkschen Underground-Szene auf sich und nicht lange darauf wurde “Horn Of Plenty“ auch einer breiteren Masse zugänglich gemacht. Mit Chris Taylor (Elektronisches) und Daniel Rossen (Gitarre und Gesang) bekam die Band darauf Zuwachs. Die Aufnahmen zum nachfolgenden Album fanden wiederum nicht in einem professionellen Studio statt. In der Zwischenzeit, im Jahr 2005, wurde “Horn Of Plenty“ nochmals neu veröffentlicht, mit einer zweiten CD dazu, auf der Remixe von großartigen Künstlern wie Dntel (Postal Service) oder Final Fantasy zu hören waren. Anfang 2006 wurden Grizzly Bear dann auf dem – einen hervorragenden Ruf genießenden – Label Warp Records gesignt, welches “Yellow House“ in diesem Herbst veröffentlichte.