Exit Music
Gran Noir – Alibi
Gran Noir – Alibi

Gran Noir – Alibi

7.5

Genre: ,
Label: Lakedrive Records (Irascible)

Erstellt am: 01.06.2013
Autor:
Erstellt am: 01.06.2013   Autor:

Neuerscheinungen

But Future!

Demo des Monats im VISIONS. Aufgenommen in Koblenz mit Produzent Kurt Ebelhäuser. Manche Bands schreiben in ihren Promotexten etwas von Internationalität, wissen selber nicht recht, was das sein soll und schauen ab jetzt neidisch zu Gran Noir.

Zürich ist nicht gerade bekannt als Geburtsstätte wuchtiger Gitarrenmusik. Das hat Gran Noir nicht davon abgehalten, bereits vor ihrem Debüt alles dafür zu tun, dass sich dies bald ändert. Bühnenerfahrung haben sie sich zusammen mit Ghost of Tom Joad und Torche geholt, Studioerfahrung bei Kurt Ebelhäuser. Das alles macht „Alibi“ aufregend, aber Gran Noir selber erst machen es stark. Es ist ein Gitarrenalbum durch und durch. Wer nur die ersten paar Takte aufmerksam hört, wähnt sich bei den Foo Fighters. Dieser Vergleich verfliegt so dermassen schnell wie die Zeit mit „Alibi“. Gran Noir passen dabei schön auf, dass der Pop nicht überhand nimmt. Das ist bei einer ausdrucksstarken Stimme, wie sie Pasquale hat, und diesem Händchen für grosse Melodiebögen gar nicht so einfach. Vertraut klingt „Alibi“ vor allem, wenn man in den 90ern gross und in den 00ern erwachsen geworden ist. Immer wieder schimmert eine gewisse Ähnlichkeit zu Slut durch, ganz besonders im grössten Hit „Panic“, der nur zu gut auf „All We Need Is Silence“ gepasst hätte. Immer wieder liest man den Namen Muse. Aber da ist mehr und man kann Gran Noir nicht auf diese Vergleiche festnageln. Dazu sind sie bereits viel zu gut.

Trotzdem werden die Zürcher ihre Identität als Gran Noir noch ein bisschen genauer ausformulieren müssen. Das macht nichts, weil alles daraufhin deutet, dass es ihnen gelingen wird. Zumindest fast alles. Sicher aber „Near/Far“, das der Band in jeder Hinsicht  ein Gesicht und eine Seele gibt. Eine zerrissene. Es ist über weite Strecken toll zu beobachten, wie Gran Noir die Vorhersehbarkeit hinters Licht führen und trotzdem nie anstrengend klingen. Das macht auf „Alibi“ den Unterschied aus: Man hört das Album immer ein bisschen mit anderen Ohren. Die poppigen Momente werden dadurch nicht zu klebrig, sondern bleiben tolle Höhepunkte. Wie etwa „Holiday“, dessen kurzer Zwischenpart andeutet, dass sie auch locker alles mit catchy Melodien zukleistern könnten. Aber da wiederholen wir uns gerne: Dazu sind sie bereits viel zu gut.

Seit  26. April 2013 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Near/Far
> Holiday
> Panic

Diskographie:
> Alibi (2013)

Ähnliche Künstler:
> Slut
> Muse
> Blackmail