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Get Well Soon – Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon
Get Well Soon – Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon

Get Well Soon – Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon

9.0

Genre: , ,
Label: City Slang

Erstellt am: 25.02.2008
Autor:
Erstellt am: 25.02.2008   Autor:

Neuerscheinungen

Versprechen soll man halten

„I tried my very best to make the music loveable“, versichert uns Konstantin Gropper auf der Rückseite seines Albums. Ob das reicht?

Von riesigen Plakatwänden lächeln sie uns zu, aus dem Fernseher strahlen sie uns an, aus dem Radio beschallen sie uns: Bald wirst du schöner, reicher und erfolgreicher sein, mit unserem Produkt gelingt dir alles. Und alle versprechen sie, dass ihre Wahrheit die wahre ist – wem können wir da noch glauben? Mitten in diese Fülle von falschen Versprechungen platzt nun Konstantin Gropper und lockt uns ebenfalls: „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ nennt er sein Debüt-Album und vespricht all jenen, die der Welt überdrüssig sind, das ultimative Gut – die Heilung des Geistes. Da schwingt jugendlicher Idealismus und Übermut mit, mag man vorerst denken. Und kann trotzdem nicht umhin, die Platte mit zwar leicht skeptischer Neugier zum ersten Mal anzuhören.

Und so nehmen die Dinge ihren Lauf, es offenbart sich zwischen klassischer „Prelude“ und „Coda“ die Welt des Konstantin Gropper und bleibt doch unfassbar, jeder Song scheint das Konzept des vorangegangenen zu verwerfen und den Fokus auf etwas Neues zu richten. Da sind zum Beispiel die elegischen Bläser in „You/Aurora/You/Seaside“, deren Pathos an die genialen Beirut erinnert, oder der Nostalgie-Chor in „Christmas in Adventure Parks“, der nie gekannte bessere Zeiten vermissen lässt. „Get Well Soon“ überrascht, sei es mit wunderbar ironischem Cheerleader-Sprechchor am Ende von „If This Hat Is Missing I’ve Gone Hunting“ oder mit klassischen Geigen und einem Duett mit Groppers Schwester (einer ebenso talentierte Sängerin wie Violistin) in „Your Endless Dream“. Dass das Pathos dabei überall mitschwingt, stört überhaupt nicht, denn Konstantin Gropper komponiert so völlig unverbraucht und arglos, er bedient sich überall, bei Klassik, Jazz, Rock, er mischt elektronische Elemente mit akustischer Gitarre, lässt in Sekundenschnelle wahre Soundwälle entstehen, nur um sie Momente später wieder einzureissen und aus den Trümmern zarteste Melodien hervorzulocken. Und doch ist Konstantin Gropper nicht gänzlich jugendliche Experimentierfreude und Courage. Sein Gesang lässt Schwermut erahnen und die omnipräsente Melancholie verleiht jedem Song Tiefe.
Konstantin Gropper verspricht, dass wir uns mit etwas Ruhe schon bald besser fühlen werden. Und irgendwie glaubt man ihm das vorbehaltlos.
Seit 25. Januar 2008 im Handel