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Frightened Rabbit – Sing the Greys
Frightened Rabbit – Sing the Greys

Frightened Rabbit – Sing the Greys

7.0

Genre: , ,
Label: Fat Cat

Erstellt am: 19.11.2007
Autor:
Erstellt am: 19.11.2007   Autor:

Neuerscheinungen

Die Schottenkrankheit

So ängstlich, wie sie uns mit ihrem Namen glauben machen wollen, sind die Frightened Rabbits gar nicht. Munter rocken sich die drei Schotten durch Lo-Fi Pop- und Rock-Gefilde.

Bekommt man ein Album mit den Worten „eine neue Band aus Schottland“ in die Hand gedrückt, dann ist das natürlich mit einigen Erwartungen verbunden. Kann doch einer beträchtlichen Zahl von Musikern aus der näheren Umgebung von Glasgow der Stempel „Berufsmelancholiker“ aufgedrückt werden (man denke da nur an Arab Strap oder Belle & Sebastian), liegt es nahe, dass sich auch die drei Jungspunde von Frightened Rabbits mit der Schottenkrankheit infiziert haben könnten. Dass dem nicht so ist, wird schon nach wenigen Sekunden Spielzeit des Openers „The Greys“ klar. Ungeschliffene Gitarrenhooks und eine ungemein eingängige Melodie definieren den Startschuss zu „Sing the Greys“. Die aufs einfachste gehaltene Instrumentierung und die lockere Mentalität des Mal-Drauflosspielens dominiert dann auch den Rest des Debüts der drei Schotten. Amateurhaft mögen das Einige nennen, als unprätentiös und äusserst charmant würde ich es bezeichnen.

Was den Charme des Trios ausmacht, ist aber nicht allein ihre unprätentiöse Art, sondern vor allem ihre von Herzen kommenden Lyrics, und die Fähigkeit, diese einem flotten Popsong unterzujubeln. Und da ist sie also doch, die Melancholie, wenn Scott Hutchinson im Opener fragt: „what’s the blues/when you’ve got the greys?“ und dann anhebt zu: „I woke up this afternoon/thought maybe today the world might be a more colorful place/only to find things still grey”. Understated und humorvoll gibt er dann Rat in “Be Less Rude”: „You should be less rude/you don’t know what it might do for you“. Da muss man grinsen und findet, dass er in seiner Schlichtheit doch Recht hat.
Musikalisch nicht unbedingt ein Novum, aber mit herzerweichend ehrlichen und akkuraten Lyrics ist „Sing the Greys“ ein gelungenes Debüt. Einziger Kritikpunkt sind die drei Interluden „First-„ bis „Third Incident“, die weniger experimentelle Einschübe als Störfaktoren im Fluss des Albums sind. Doch die Band ist jung und hat viel Potential, wer weiss, vielleicht entwickelt sich auch daraus noch etwas ganz Grosses.

Seit 22. Oktober 2007 im Handel.