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Frightened Rabbit – Pedestrian Verse
Frightened Rabbit – Pedestrian Verse

Frightened Rabbit – Pedestrian Verse

7.0

Genre:
Label: Atlantic Records

Erstellt am: 14.02.2013
Autor:
Erstellt am: 14.02.2013   Autor:

Neuerscheinungen

Komfortzone

In Europa bleiben Frightened Rabbit immer noch knapp unterm Radar. Das hat sich mit „The Winter of Mixed Drinks“ nicht geändert – und wird sich auch mit „Pedestrian Verse“ nicht ändern.

Frightened Rabbit befinden sich in einer wohlverdienten Komfortzone, wo alles nicht mehr so hektisch sein muss, wie es in Glasgow meistens auch nicht ist. Das kann gewisse Nieren kalt lassen, das Herz aber zuckt immer noch, wenn Scott Hutchison Sachen singt wie: „Her heart beats like a breezeblock thrown down the stairs/ Her blood is thicker than concrete forced to be brave/ She was born into a grave“. Spätestens bei „State Hospital“ passiert etwas mit der Haut, das in Erinnerung ruft, warum man diese Band nicht ohne das jeweilige Textbuch begleiten sollte.

Und so wachsen viele Songs zu altbekannter Grösse, andere finden sogar eine neue („Backyard Skulls“ und „Late March, Death March“). Auf andere Nach- und Nebenwirkungen verzichtet „Pedestrian Verse“. Das überrascht, weil Frightened Rabbit bisher immer genau davon lebten. Die leidende Stimme von Hutchison, die tollen Geschichten und Metaphern, die so sehr danach schreien, autobiografisch zu sein, dass sie es wohl oft auch sind. Manchmal klingt Hutchison wie ein trauriger und unaufgeregter Isaac Brock und in „Dead Now“ oder „The Oil Slick“ glaubt man sich Modest Mouse auch ziemlich nahe. „Lebe, bis du satt geküßt, und des Trinkens müde bist“, wusste schon Lessing und irgendwie passt das als Motto zu „Pedestrian Verse“, das einen weder satt noch müde macht – dem Tod aber trotzdem direkt in die Augen schaut. Frightened Rabbit haben ein Album aufgenommen, das ihnen keinen Schub nach oben bringen wird. Ein Album halt, das es sich gemütlich macht unter dem europäischen Radar und sich darauf verlässt, dass es in den Staaten so bleibt, wie es ist. Und ganz ehrlich, für einmal ist das sicher auch nicht schlimm.

Seit  5. Februar 2013 im Handel.