Exit Music
Flink – Moog
Flink – Moog

Flink – Moog

8.5

Genre: ,
Label: Swift Note Records

Erstellt am: 21.04.2007
Autor:
Erstellt am: 21.04.2007   Autor:

Schweizerisches

Katerkiller

Wenn Albert Kuhn schreibt ’besser als die Neue von Bloc Party’, ist eigentlich alles gesagt.

Flink sind (woher denn sonst) aus Luzern. Und dass in Luzern der Bär steppt, wenn’s um gute Rockmusik geht, sollte zwischenzeitlich die ganze Welt wissen. Diesmal bin ich todehrlich und verzichte auf den vielgescholtenen Heimatbonus. Denn was Flink auf ihrem zweiten Album zum Besten geben hat Europaformat. Indierock mit Melodien, die dem Suchtpotential von Nikotin und dem Geschmack von selbstgepresstem, leicht gesüsstem Orangensaft gleichkommen. Gitarrenriffs und Soli flüssig und süffig wie frisch Gezapftes. Das Schlagzeug treibt die Songs präzise voran, wie der Wind dies mit Alinghi tut. Doch genug der Vergleicherei. Flink brachten es fertig, mir am Sonntagmorgen um 10 Uhr auf dem Weg zur normalerweise nervtötenden Arbeit (ja, Studenten arbeiten sogar am Wochenende), höllisch verkatert zwar, dafür bei Traumwetter ein passfototaugliches Grinsen ins sonst eher nach Schlafmangel riechende Gesicht zu zaubern. Ich grinse noch immer. Gut, das liegt vielleicht auch am April, und solange es nicht noch heisser wird, hab ich nichts zu jammern. Das Album leistet sich keinen einzigen Durchhänger, vom Indietanzflächenfeger über den Autobahn-Ohrwurm bis zur zurückhaltenden Ballade durchwegs sehr gute Songs. Eine positive, aufmunternde, motivierende Aura umgibt sämtliche Lieder, man entwickelt tatsächlich so etwas wie Freude an dem Gedanken, dass die stinkende, stechende und bevölkerte Jahreszeit vor der Tür steht. Toll, wie Flink Elemente der nicht mehr so ganz aktuellen aber immer noch spannenden britischen Invasion benutzen um einzelnen Stücken diesen unschlagbaren Drive sowie  die Coolness einer Pilotenbrille zu verpassen. Trotzdem wirkt nichts geklaut oder übernommen, sondern fügt sich optimal ins solide Indie-Gefüge ein und hat als hübschen Nebeneffekt eine nicht zu leugnende Tanzbarkeit. Ich höre, staune und erkläre dieses mal spassige, mal verträumte, mal leichtverdauliche, durchwegs gutgelaunte Poprockmeisterwerk zum Must-have des Frühlings. So, wie Flink sagen: ’this is the way it is’.

Seit 16. März 2007 im Handel.

Anspieltipps: Sunset Manifesto, Already History, Lookalike, Carl Gustav, Not Leaving, Betterthans
Trackliste: 1) Well Well Well; 2) Sunset Manifesto; 3) Already History; 4) Lik A Lookalike; 5) Farewell Five Four; 6) Carl Gustav; 7) Time; 8) Not Leaving; 9) The Vanishing Scene; 10) Russian Doll; 11) Betterthans
similar artists: Favez, Logh, Maximo Park, Flyswatter, Ken, Slut
Bio:
Die Luzerner Band Flink wurde 2003 gegründet. Ihr erstes Album ’Ontheoutsideoflife’ wurde in Schweden mit dem Logh-Bassisten Mathias Oldén aufgenommen und von Radio3fach mit dem Kickass-Award geehrt. Seither spielte die Band etliche Konzerte in der ganzen Schweiz, u.a. als Support von Nada Surf, Logh oder The Soundtrack of our Lives. Der Song ’Someday, Somehow’ schaffte es auf die ’SwissRocks’ Compilation sowie auf den ’Luzern Rock City’ Sampler. Das neue Album ’Moog’ wurde zusammen mit Santi Garcia an der Costa Brava aufgenommen und wird der Band hoffentlich bzw. höchstwahrscheinlich zum nationalen Durchbruch verhelfen.
Diskographie:
> Ontheoutsideoflife (2005)
> Moog (2007)