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Fleet Foxes – Helplessness Blues
Fleet Foxes – Helplessness Blues

Fleet Foxes – Helplessness Blues

8.5

Genre: ,
Label: SubPop/Bella Union

Erstellt am: 21.05.2011
Autor:
Erstellt am: 21.05.2011   Autor:

Neuerscheinungen

Loblieder anstimmen

Das zweite Album der Fleet Foxes erfüllt genau das, was wir  drei lange Jahre sehnlichst erhofft haben: Die grossen Hymnen und berührenden Lyrics zwischen augenfälligen Emotionen und Tiefgang. „Helplessness Blues“ ist insgesamt eine Spur nachdenklicher, aber keinesfalls schwerfälliger geworden.

In bin inmitten der 80er Jahre geboren. So habe ich zwar die Musik der Elterngeneration und das, was sie verpasst haben, mittlerweile zu einem grossen Teil nachgehört und selbst entdeckt – was ein fortlaufender Prozess ist – doch über die Musik und Erzählungen hinaus fällt es mir schwer, den Zeitgeist glaubwürdig einzuordnen und zu erklären. Die Fleet Foxes lassen sich zweifellos von Bands, Musik und Wünschen dieser Zeit inspirieren. Sie kreieren  mit der heutigen Produktion trotzdem etwas, was ich nicht entdecken, sondern miterleben darf.

„Helplessness Blues“ ist von Anfang bis zum Schluss ein grossartiges Album. Hat man mal die wunderschönen Hymen am Anfang des Albums überwunden und sich am dichten und langen „The Shrine / An Argument“ sattgehört, fallen selbst die beiden letzten Songs nicht aus der Reihe: Das zarte von Sänger Robin Pecknold im Alleingang interpretierte „Blue Spotted Tail“ erinnert mit dem feinen Gesang und den grossen Fragen an Elliott Smith oder Ron Sexsmith, das abschliessende „Grown Ocean“, schafft es nach mehr als vierzig Minuten mit einer fesselnden Stimme, einem zurückhaltenden Chor und abgehackten Rhytmen nochmals zu packen.

Doch wie bereits gesagt: Soweit muss man erst mal kommen, so dicht und mitreissend  ist dieses Album geworden, obwohl und weil man den Übersong, den es auf dem Debut mindestens zweifach gegeben hat, gar nicht findet. „Helplessness Blues“ ist ein konstantes Geniessen auf höchstem Niveau. Da ist beispielsweise mit „Montezuma“ ein klassisches Eröffnungsstück, welches das Wiedersehen zeleberiert und als
ganzes ein Zuspitzen ohne Explosion ist. „Sim Sala Bim“ ist das Gegenteil und eine einzige grosse Melodie, die unerwartet in sich zusammen fällt, in wilden Gitarren endet und wiederum vom schunkelnden Auftakt von „Battery Kinzie“ abgelöst wird.

Die Fleet Foxes haben das Kunststück vollbracht, eigenständige Songs zu schreiben, die im Zusammenspiel und auch mit den erholsamen Zwischenspielen perfekt hamonieren. Alles wirkt ungekünstelt und losgelöst, auch wenn die Aufnahmen ein langwieriger Prozess waren. Man merkt einfach, dass die Songs mit allen Bestandteilen im Vordergrund stehen. Zum Glück muss die Musik uns als Hörerende nicht immer vom ersten Moment begeistern. Zum Glück muss man sich zwischendurch auch anstrengen, die Genialität  in der Musik zu erahnen und finden. Falls sie uns aber anspringt, sollte man es auch zulassen, sich verwöhnen zu lassen.

Seit 29. April 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Montezuma
> Battery Kinzie
> Lorelai
> Blue Spotted Tail
> Grown Ocean

Diskographie:
> Sun Giant EP (2008)
> Fleet Foxes (2008)
> Helplessness Blues (2011)

Ähnliche Künstler:
> Simon & Garfunkel
> The Band
> My Morning Jacket
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