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Final Flash – Homeless
Final Flash – Homeless

Final Flash – Homeless

8.0

Genre: , , ,
Label: Indica Records

Erstellt am: 03.01.2012
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Erstellt am: 03.01.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Einmal eintauchen bitte

Die Final Flasher beherrschen meterdicke Klangmauern, durchschreiten leichtfüssig tonnenschwere Soundsphären und fächern im kältesten Winter ein kleines Feuer auf. „Homeless“ findet sich zwischen Naturgewalten und leisen Momenten.

Das Kanadische Quintett um Joey Chaperon Cyr erinnert anfangs mit “Chosen Generation“ gar an Oasis (zu schönen Tagen), wäre da nicht das ausgeschmückte, experimentierfreudige Arrangement, das eine betörende Schwere auf die leicht schwebenden Vocals hat. Auch in „Precious Field“ wird ein Sound-Gewitter heraufbeschworen. Geigen- und Paukeneinsätze knüpfen an Smashing Pumpkins-Kompositionen an, werden aber glücklicherweise genügend sparsam und songdienlich eingesetzt. Dann das Outro – was – bitte nochmals. Nochmals. Ok. Das schönste Outro des Jahres. Bitte selber hören. Nur so viel: Gegensätze scheinen es Final Flash angetan zu haben, denn auch mit „Welcome to the House on Fire“ stecken sie Elefanten durchs Nadelöhr. Ein peitschendes Drum bringt den Song ins Rollen, komplementiert durch eine verzerrte E-Gitarre und ein Piano im Jazz-Mood, das den Song störrisch nach vorne treibt. Das schlagartige Break, das als Refrain fungiert, findet sich rhythmisch völlig neu und gibt dem Song die nötigen Ecken und Kanten. Obwohl der Refrain an und für sich überraschend und anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig daherkommt, wird er anschliessend geschickt sowohl aufgelöst als auch weitergesponnen.

Mit „Waiting for the Sun“ und  „We Leave the Forest“ finden sich aber auch zwei schwächere Songs auf der Platte, die Final Flash menschlich machen. Hier wurde der Zaubertrank nicht ganz so geschickt zusammengebraut wie bei den anderen acht Songs. In einzelnen Songteilen finden sich zwar Perlen, diese verblassen aber im pompös konzeptlosen Kontext. Aber halb so schlimm, denn „The Rain of Stones“ fährt  anschliessend schwere Gitarren-Geschütze auf, nur um dann die schönsten Verszeilen der Platte folgen zu lassen. Hier erscheint die Gesamt-Komposition wiederum heroisch schön. Der Song wirkt an keiner Stelle zusammengebaut obwohl unzählige Sounds auf verschiedenen Klangebenen miteinander eingesetzt werden – vielmehr wird man hier von einer tiefen Soundwolke eingehüllt, in der man sich nach und nach verliert. Auch „Go Outside“ besticht mit einem eingängigen und herzzerreissend harmonischen Vers und einer treibenden Bridge. Insbesondere zweistimmige Stellen haben hier den Trumpf im Ärmel, retten sie im Endeffekt doch auch den etwas zu flach geratenen Refrain.
Final Flash scheinen bereits in ihrem Erstlingswerk ihr Geheimrezept gefunden zu haben: Umwerfender Vers, überraschend ungewohntes Break, das den rhythmisch abgesetzten, in sich geschlossenen, Refrain einleitet. Schön und gut. Ohne wenn und aber. Denn wer so schöne Verse macht, der darf tausendmal dem gleichen Schema folgen.

Seit  4. Mai 2010 im Handel.

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Anspieltipps:
> The Rain of Stones
> Welcome to the House on Fire
> Precious Field

Diskographie:
> Homeless (2010)

Ähnliche Künstler:
> Oasis (in psychedelischen Momenten)
> Band of Horses
> Grand Archives