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Fauve – Clocks ’n‘ Clouds
Fauve – Clocks ’n‘ Clouds

Fauve – Clocks ’n‘ Clouds

8.0

Genre: ,
Label: Two Gentlemen

Erstellt am: 22.08.2012
Autor:
Erstellt am: 22.08.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Keine Tragödie

Fauve ist auf den ersten Blick ein Crooner alter Klasse. Seine experimentelle und stets melodieverliebte Musik  ist als ganzes aber was Besonderes.

Klar, Jay-Jay Johanson – den habe ich während der Trip-Hop-Welle rauf und runter gehört. Stimmt, The Divine Comedy – deren Konzert in Montreux schaffte den Spagat zwischen Unterhaltung auf grosser Bühne und hochstehender Kreativität. Die schönen Erinnerungen, die Nicolas Julliard an diesem brutal heissen Sommerabend im Kaufleuten hervorholt, sind eindeutig. Seine Stimme und die einfühlsam elektronische Musik  berühren aber nicht nur deswegen.

Fauve, das wilde Tier, ist ein sympathischer Musiker mit einer grossen Begabung. Keine Show, kein Kitsch, keine Tragödie. Anspruchsvoll und nicht immer nur aus dem Leben. Sein zweites Album „Clocks ’n‘ Clouds“ überzeugt mit grosser Bandbreite, die wesentlich von den elektronischen Bestandteilen und der knackenden Perkussion betont wird. Nach dem musikalisch kühlen und beatbetonten „Cotton Fields“, das im sehnsuchtsvollen Kopf von Minenarbeitern spielt, folgt das originelle und witzige „Senor Citizen“, das ein bisschen weniger komplex nun wirklich auf die Tracklist von Neil Hannon passen würde. Entsprechend stark und vielseitig geht es mit „Digz (Down the Rabid Hole)“ weiter, einer verstörenden Angelegenheit zwischen traurigem Crooning und mechanischen Beats. Eine Spur einfühlsamer ist die Pianoballade „Paris in a Bottle“, welche live konsequent elektronisch umgesetzt wurde. Die letzten Songs sind weniger melodiös und oft schwere Kost.  Die liebevolle Trompete auf „One Last Wave“ entschädigt dafür.

Fauve schafft es live und auf dem Album authentisch und eigenständig zu überzeugen. Und so, dass ein Unterschied – wenn kein sehr grosser – vorhanden ist. Ich werde auf den Spuren von Fauve bleiben, nicht nur weil ich Nostalgiker bin.

Seit 25. November 2011 im Handel.

Anspieltipps:
> Senor Citizen
> Digz (Down the Rabid Hole)
> Be Kind, Don’t Rewind

Diskographie:
> s/t (2006)
> Clocks ’n‘ Clouds (2012)

Ähnliche Künstler:

> Fauve & Raphelson
> The Divine Comedy
> Jay-Jay Johanson
> Robert Wyatt
> Rufus Wainwright
> Jens Lekman
> Raphelson