Exit Music
Esben And The Witch – Wash the Sins, Not Only the Face
Esben And The Witch – Wash the Sins, Not Only the Face

Esben And The Witch – Wash the Sins, Not Only the Face

7.0

Genre: ,
Label: Matador

Erstellt am: 22.05.2013
Autor:
Erstellt am: 22.05.2013   Autor:

Neuerscheinungen

Knusper Knusper Knäuschen

Esben & The Witch debütierten vor erst zwei Jahren mit “Violet Cries”, einem recht aufsehenerregenden Erstschlag. Ihr morbider Indiepop durchläuft auf “Wash the sins not only the face” einen sonderbar ungleichmäßigen zweiten Akt.

“Wash the Sins…” beginnt erst mal mit einem richtigen Dreampop-Brett, wenn es so etwas überhaupt gibt. Die Shoegaze-Gitarren von “Island Spar” schaffen Tabula Rasa für den Rest der Platte. Einen besseren Eröffnungstusch hätte man nicht wählen können. Auch das zuerst sanft pulsierende “Putting Down the Prey” flieht nach kurzer Zeit gen dunklem Himmel – erschlagende Tremolo-Gitarren prägen den Refrain dieses sehr starken Stücks.  “When the head splits” bahnt sich gar in wenigen Minuten den Weg von schwebendem Ambient über Ennio-Morricone-Dürre zu einer überraschend mainstreamigen Radiopopmelodie. Ganz überzeugend ist das nicht, aber alleine dieser Spagat ist bemerkenswert. Mehrmaliges Hören macht außerdem nicht nur diesen Song mehr als nur angenehm.

Viel von dem, was man ansonsten zu hören bekommt, basiert auf Wiederholung und konzentriert sich auf eine – leider manchmal nur vermeintlich – dichte Atmosphäre. Interessanterweise bedeutet das jedoch auch immer wieder Mut zu schrägen Tönen, bei “Despair” hört man förmlich die Schreie der Hexe durch die Keyboards. Ähnlich gut: “Deathwaltz” ist mit seinen schiefen Keyboardflächen und einer fantastischen Emopop-Gesangsmelodie der stärkste Songs des Albums, und noch dazu ein absoluter Grower. Paradox ist: Gerade, dass mehr auf die Stärke der Komposition als auf den Sound und die Stimmung geachtet wird, macht den Song wirklich gruselig.

Sicherlich mehrere Hördurchgänge wert, mit einigen Highlights aber auch viel Mittelmaß bleibt am Ende eines dieser Alben, das man positiv in Erinnerung hat, von dem man aber wohl spätestens am Ende des Jahres nur noch ein oder zwei Songs häufiger auflegt.

Seit 18. Januar 2013 im Handel.

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Island Spar
> Deathwaltz

Diskographie:
> Violet Cries (2011)
> Wash the Sins, Not Only the Face (2013)

Ähnliche Künstler:
> Warpaint
> The Cure
> Beach House