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Diverse – A Psychedelic Guide To Monsterism Island
Diverse – A Psychedelic Guide To Monsterism Island

Diverse – A Psychedelic Guide To Monsterism Island

8.0

Genre: , ,
Label: Lo Recordings

Erstellt am: 18.03.2009
Autor:
Erstellt am: 18.03.2009   Autor:

Neuerscheinungen

Freundliche Monster

Wie klingt eine Insel voller Cartoon-Monster?“ Diese Frage stellt sich der graphische Künstler Pete Fowler seit ein paar Jahren in regelmässigen Abständen. Und weil die Antwort darauf nicht gerade auf der Hand liegt, liess er sich bei der Beantwortung derselben von knapp zwei Dutzend Musikern unterstützen.

Pete Fowler wird dem Musikfan wohl vor allem für seine Arbeiten für die walisische Gruppe Super Furry Animals bekannt sein. Seine wichtigste Schöpfung dürfte aber die Monsterism Island, eine Insel bewohnt von Cartoon-Monstern, sein. Die kleinen Ungeheuer, welche am einfachsten auf ihrer virtuelle Insel im grossen weiten Netz besucht werden können, dürfen von uns Menschen gerne auch als Designer-Spielzeug oder als Teil von Comics nach Hause geholt werden. Im Jahre 2005 stellte sich Fowler zum ersten Mal die eingangs erwähnte Frage und er gelangte zur vorläufigen Antwort, dass der Soundtrack der Insel aus psychedelischem Sound, vor allem aus den Jahren 68 und 69, bestehen soll. Eine Compilation aus weitgehend vergessenem Tracks dieser Art wurde unter dem Namen „The Sound Of Monsterism Island“ veröffentlicht und von BBC mit den Worten „It’s a bizarre mix of Jefferson Airplane soundalikes or instrumentals you might hear as Scooby Doo’s being chased by a luminous ghostly sea captain“ beschrieben – Worten denen meinerseits nichts mehr hinzuzufügen ist. Dass damit der endgültige Soundtrack von Monsterism Island noch nicht festgelegt ist, wurde mit dem Zusatz „Vol. 1“ angekündigt und mit einem einigermassen regelmässig erscheinenden Podcast untermauert. Bevor in diesem Jahr mit „The Sound Of Monsterism Island Vol. 2“ eine zweite von Fowler zusammengestellte Compilation erscheint, wird das Album „A Psychedelic Guide to Monsterism Island“ veröffentlicht, welches im Zentrum dieser Rezension stehen soll.

„A Psychedelic Guide to Monsterism Island“ enthält eigens für diese Veröffentlichung erzeugte Tracks von meist relativ unbekannten und kaum radiotauglichen Künstlern. Doch auch einige durchaus vertraute Namen lieferten Sounds für die Insel ab: Luke Vibert ist ebenso auf dem Album vertreten wie Mitglieder der Super Furry Animals und The Future Sound of London. Wer Ukulelen, Flötenklänge, Sechzigerjahre-Gitarrensoli und Mövengekreische nicht mag, wird mit der vorliegenden Musik wohl ebenso seine liebe Mühe haben, wie Personen, welche einen bunten Mix aus Krautrock, Beach-Musik, psychedelischem Folk, Loungesound, Video Game Music und warpschem Ambient nicht zu schätzen wissen.

Die Stimmung der Musik schwankt zwischen verspieltem, überdrehtem, teils beinahe an Kinderlieder erinnerndem Sound und den Strand der Insel zu erkunden scheinenden, ruhigen Tracks. Ist die Musik ein gelungenes Abbild der Monster, so dürften diese zwar dem Drogenkonsum und den Vorzügen eines sonnigen Umfeldes nicht abgeneigt sein, gefährlich oder gar blutrünstig sind sie aber in keiner Art und Weise. Bedrohliche und dunkle Klänge sucht man vergeblich.

Die zwanzig meist nur gut zwei Minuten langen Titel werden von einem Intro und einem Outro eingeschlossen und von fünf Links verbunden. Darin erzählt eine tiefe, monsterhafte Erzählerstimme vom Leben auf der Insel. Zusammen mit der wohl durchdachten Anordnung der einzelnen Songs wirkt so „A Psychedelic Guide to Monsterism Island“ nie als loses Flickwerk. Erfreulicherweis kann auch festgestellt werden, dass die Künster das Thema ernst genommen zu haben scheinen und darauf abgestimmte Tracks abgeliefert haben.

Einzelne Titel hervorzuheben, ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, sind sie doch alle Teil eines grossen sommerlichen Trips. Um unserer Internetseite gerecht zu werden, seien hier exemplarisch drei Titel erwähnt, welche der elektronischen Musik zuzurechnen sind: Durchaus einzeln angespielt werden kann „Magma On My Mind“ von Marc Shearer, welches mit traumhaft-sphärischen Soundgebilden an die Boards Of Canada erinnert – vielleicht mit einem kleinen Schuss Broadcast. Luke Vibert lässt ein vom Rauschen des Meeres begleitetes künstliches Glockenspiel erklingen und Amorphous Androgynous, bestehend aus Mitgliedern von The Future Sound Of London, lädt zu einem acidschwangeren, aber auch gitarrenenschweren psychedelischen Ausflug ein.

Dass dieser Soundtrack einer virtuellen Insel ein grosses Publikum zu finden vermag, muss wohl angezweifelt werden. Wer die Vermischung von modernen elektronischen Klängen und Sixties-Musik à la Broadcast mag, wird aber mit dieser comichaft-verspielten CD sicherlich glücklich werden. Das bunte Cover ist hier Programm.

Seit  16. März 2009 im Handel.

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Dies ist eine Rezension unserer Partnerseite out-of-space.ch.