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Dead Can Dance – Anastasis
Dead Can Dance – Anastasis

Dead Can Dance – Anastasis

6.0

Genre: ,
Label: PIAS

Erstellt am: 18.03.2013
Autor:
Erstellt am: 18.03.2013   Autor:

Neuerscheinungen

Kein Aufstand

Das erste Dead Can Dance-Album nach der Neugründung nimmt sich viel Zeit, hat nicht wenige großartige Momente, bleibt aber dennoch überraschend unauffällig.


Lange Zeit blieb es deswegen auch in der imaginären Promo-Schublade liegen, denn wirklich auf dem Zettel hat man Dead Can Dance nicht mehr. Viel Zeit ist vergangen, seit das australisch-britische Duo einst mit seiner stets am Rande des Kitsches manövrierenden Mischung aus längst obligatorisch gewordenen Orient-Klängen, der spröden Melancholie des Post-Punk, und der noch zaghaften Dunkelheit aus den Anfängen des Gothic berühmt und weltweit geschätzt wurde. Man merkt das “Anastasis” an, es ist größtenteils weitaus gemütlicher, als beispielsweise das sakrale “Aion” oder das verwaschen produzierte, selbstbetitelte Debüt. Man kann nicht behaupten, dass die beiden Musiker von beiden Enden der Erde aus der Zeit gefallen sind, alle acht Stücke hören sich rein akustisch gesehen wunderbar mehrdimensional und weitläufig an. Dem entsprechend machen Dead Can Dance es hier auch nicht unter fünf Minuten, was allerdings der Spannung auf dem Album nicht zu gute kommt. Klar, man hatte Gerrard und Perry auch immer schon als Ambient-Künstler auf der Rechnung, aber schon damals war kurz und knackig nicht selten die bessere Entscheidung.

Mit “Children Of The Sun” hat man eine bestens geeignete Einführung gefunden, die man auch wunderbar in einem Sandalenfilm hätte unterbringen können. Schwebende Melodien und stilvolle Bläsersätze liefern ein federleichtes, hochelegantes Fundament für Brendan Perrys Gesang, der aber nun mal wirklich in gar nicht so negativer Weise nach Alterswerk klingt. Am schönsten ist es allerdings, wenn er in “Amnesia” klingt wie Ian Curtis. Nebenbei befindet sich natürlich einiges an Pappmaché-Ethno-Gewusel auf “Anastasis”, was man ja durchaus gewohnt ist. Trotzdem fragt man sich, ob es nötig war, zweifellos hübsche Songs wie “Anabasis” auf fast sieben Minuten aufzublasen. Selbst mit diesen kleinen Kritikpunkten ist diese späte Rückkehr des vielzitierten Duos eine sympathische Angelegenheit, ein rhythmisch ausgeklügeltes, geheimnisvolles Portfolio ausladenden Ethno-Postpops. Ein Aufstand, wie der Titel griechischer Herkunft andeutet, bleibt allerdings aus.

Seit 13. August 2012 im Handel.

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Anspieltipps:
> Children Of The Sun
> Amnesia

Diskographie:
> Dead Can Dance (1984)
> Spleen and Ideal (1985)
> Within The Realm Of A Dying Sun (1987)
> The Serpent´s Egg (1988)
> Aion (1990)
> Into The Labyrinth (1993)
> Toward The Within (1994)
> Spiritchaser (1996)
> Anastasis (2012)

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> Lunatic Soul
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