Exit Music
Dakota Suite – An Almost Silent Life
Dakota Suite – An Almost Silent Life

Dakota Suite – An Almost Silent Life

7.0

Genre: ,
Label: Glitterhouse

Erstellt am: 22.12.2012
Autor:
Erstellt am: 22.12.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Fade Out

Einen grossen Songwriter zeichnet meist vor allem seine Vielseitigkeit aus. Chris Hooson kann man mit einer beeindruckenden Zahl an wie in Stein gemeisselten Alben schon lange getrost dazuzählen. „An Almost Silent Life“ kann da nicht ganz vorne mithalten, zeigt aber zwischen langsamem Verschwinden im Nichts und ungeahnt beschwingten Jazz-Einlagen die grösste Stilpalette in der monochromen Welt von Dakota Suite.

Angekündigt wurde dieses Album als Nachfolger von „Waiting for the Dawn to Crawl Through and Take Away Your Life“ (ein Titel, der unbedingt ausgeschrieben gehört) und dieses Erbe ist ein selbst auferlegter Mühlenstein. Die präzise Zeitlupen-Americana mit kleinen Sprengseln aus Jazz und Klassik, die dieses zeitlose Meisterwerk bot, gehört zu dem erhebendsten, was die Musik unseres Jahrhunderts hervorgebracht hat. In der Zwischenzeit ist einiges geschehen, fünf Veröffentlichungen in vier Jahren, die verschiedener nicht hätten sein können. Und „An Almost Silent Life“ ist nicht das angekündigte Songwriter-Album geworden, sondern vereint all die unterschiedlichen Facetten der letzten Jahre auf einer Platte.

Das unendlich theatralische Liedgut mit klaren, auf- und abbrandenden Melodiebögen von „Waiting for the Dawn…“ findet sich im Eröffnungsstück „I See Your Tears“ wieder, der Kammer-Jazz von „The Hearts of Empty“ in lockeren Instrumental-Nummern wie „Lumen“. Auch die impressionistische Schwere von „The End Of Trying“ und „The Side of Her Inexhaustible Heart“ trifft man wieder an, in “If You’ve Never Had to Run Away” oder “Don’t Cry”. Zwar gibt es im Vergleich zu letztgenannten Alben wieder viel mehr für die Rhythmusfraktion zu tun, Tempo nehmen die 13 Songs von „An Almost Silent Life“ aber nicht auf. „I Recoiled So Violently, I Almost Disappeared“ heisst ein besonders verhuschter Song, der gewohnt poetische Titel ist aber auch ein adäquates Motto für das ganze Album, das keine scharfen Konturen mehr kennt, wie das Licht einer Kerze kurz vor dem Erlischen manchmal kaum noch wahrnehmbar ist. Herkömmliche Folk-Kapellen wirken daneben wie Speed Metal-Formationen. Viel bekommt man von „An almost Silent Life“ tatsächlich nicht mit, hier und da hätte man sich einen Song gewünscht, der die Zügel in die Hand nimmt, und eine leichter erkennbare Struktur besitzt. Die Faszination der Stücke zu erkennen und sich davon einlullen oder betören zu lassen, ist schwerer als sonst aber aus vielen kleinen Details entsteht hier erneut ein betäubend schöner grauer Klangteppich, allerdings mit deutlich erhöhter Vielfalt und einem Quäntchen mehr an positivem Denken.

Seit  23. November 2012 im Handel.

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> I See Your Tears
> Don´t Cry

Diskographie:
> Alone With Everybody (1998)
> Songs for a Barbed Wire Fence (1999)
> Navigators Yard (1999)
> Signal Hill (2000)
> Morning Lake Forever (2001)
> The Way I Am Sick (2001)
> This River Only Brings Poison (2003)
> Waiting for the Dawn to Crawl Through and Take Away Your Life (2007)
> The End of Trying (2009)
> Vallisa (2010)
> The North Green Down (2010)
> The Hearts of Empty (2011)
> The Side of Her Inexhaustible Heart (2011)
> An Almost Silent Life (2011)

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